Mindestens 6400 außergerichtliche Tötungen in Kolumbien von 2002 bis 2008

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Chef der früheren Farc, Londono, im Jahr 2020

Im Kampf der kolumbianischen Streitkräfte gegen die Farc-Rebellen hat es in den Jahren 2002 bis 2008 nach den Erhebungen des damit beauftragten Friedensgerichts mindestens 6400 außergerichtliche Tötungen gegeben. Die Zahl der außergerichtlichen Tötungen durch das kolumbianische Militär liegt damit drei mal so hoch wie bislang angenommen, erklärte das Sondergericht am Donnerstag bei Veröffentlichung der Daten. Die Armee habe die Todesfälle damals so dargestellt, als seien die Menschen im Kampf umgekommen.

Das Friedensgericht ist damit betraut, Verbrechen zu untersuchen, die in dem rund 50 Jahre währenden Konflikt zwischen dem Militär Kolumbiens und der damaligen linksgerichteten Guerillaorganisation Farc verübt wurden. Der Konflikt wurde mit einem Friedensabkommen vom Ende 2016 beendet. Die Farc hat sich inzwischen in "Partido Comunes" (etwa: Partei der Gemeinschaftlichkeit) umbenannt.

ao/mkü