Mindestens acht Tote bei Anschlag auf ausländische Truppen in Kabul

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Auswärtiges Amt: Deutsche in Kabul getötet

Bei einem Sprengstoffanschlag auf ausländische Soldaten sind in der afghanischen Hauptstadt Kabul am Mittwoch mindestens acht Menschen getötet und 28 weitere verletzt worden. Nach Angaben der Nato erlitten drei Soldaten des Militärbündnisses "nicht lebensbedrohliche Verletzungen". Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte die Tat für sich.

Laut afghanischem Innenministerium waren die meisten der Opfer Zivilisten, die am Morgen auf einer belebten Straße in der Nähe der US-Botschaft unterwegs waren. Der Sprengsatz explodierte demnach, als ein Konvoi mit ausländischen Soldaten vorbeifuhr. Die Wucht der Explosion beschädigte zwei gepanzerte Militärfahrzeuge und riss einen Krater in die Straße. Mindestens drei Autos wurden schwer beschädigt, noch in mehreren hundert Metern Entfernung zerbarsten Fensterscheiben. Nach Angaben der Nato handelte es sich um eine Sprengfalle.

Die verletzten Soldaten seien "in stabiler Verfassung" und würden in medizinischen Einrichtungen der Nato behandelt, sagte ein Sprecher der US-Streitkräfte in Afghanistan. Angaben zur Nationalität der Verletzten machte er nicht.

Die Dshihadistenmiliz IS bekannte sich über ihr Propagandasprachrohr Amaq zu dem Anschlag. Die Sicherheitslage in Afghanistan ist weiterhin äußerst instabil. Mehr als ein Drittel des Landes steht nicht unter Regierungskontrolle. Die Nato-Staaten, die ihren Kampfeinsatz Ende 2014 offiziell beendet hatten, haben derzeit noch mehr als 13.000 Soldaten in Afghanistan stationiert, etwa 8400 davon aus den USA. Auch die Bundeswehr beteiligt sich an dem Einsatz "Resolute Support", bei dem es vor allem um Ausbildung und Beratung des afghanischen Militärs geht.

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hatte zuletzt der "Welt am Sonntag" gesagt, dass das Bündnis eine Ausweitung der Truppenpräsenz in Afghanistan erwäge. Die Sicherheitslage in Afghanistan sei eine "Herausforderung", sagte Stoltenberg der Zeitung. Daher beschäftige sich das Militärbündnis mit der Frage, ob die Ausbildungsmission "Resolute Support" personell weiter aufgestockt werden solle.

Mitte April hatten die USA erstmals die größte nicht-atomare Bombe in Afghanistan abgeworfen und Stellungen der IS-Dschihadisten getroffen. Ende April verkündeten die radikalislamischen Taliban den Beginn ihrer jährlichen "Frühjahrsoffensive". Hauptziel seien die ausländischen Truppen im Land, deren militärische Infrastruktur sowie "die Vernichtung ihrer einheimischen Söldner", erklärten die radikalislamischen Aufständischen.

Die Ankündigung der "Frühjahrsoffensive" der Taliban erfolgte wenige Tage nach einem Besuch von US-Verteidigungsminister James Mattis in Afghanistan. Auch er hatte gewarnt, dass 2017 "ein weiteres hartes Jahr" für die afghanischen Sicherheitskräfte werde.

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