Mindestens drei Todesopfer durch Hurrikan "Eta" in Zentralamerika

Inti OCON
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Palmen an Nicaraguas Karibikküste

Mindestens drei Todesopfer durch Hurrikan "Eta" in Zentralamerika

Palmen an Nicaraguas Karibikküste

Mit heftigem Wind und starken Regenfällen ist der Hurrikan "Eta" über Zentralamerika hinweggefegt und hat mindestens drei Menschen in den Tod gerissen. Zahlreiche Bäume wurden entwurzelt, Häuser und Brücken überschwemmt und Dächer abgedeckt. 

In Nicaragua starben nach Behördenangaben vom Mittwoch zwei Arbeiter durch einen Erdrutsch in einem Bergwerk. In Honduras starb ein Kind beim Einsturz eines Hauses. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 225 Stundenkilometern brachte der Sturm sogar die Betonmauern eines Baseball-Stadions in der nicaraguanischen Hafenstadt Bilwi zum Einsturz.

"Es war eine schreckliche Nacht, die Windböen klangen, als würde ein Traktor alles plattwalzen", berichtete Joel Quin aus Bilwi der Nachrichtenagentur AFP.  Der 34-jährige Giovany Nelson schilderte, gemeinsam mit seiner Familie habe er sich während des Sturms in einem Raum ihres Hauses verbarrikadiert und "gehört, wie der Wind das Dach zerstörte". Die besonders betroffene Region um Bilwi wird vor allem von Angehörigen indigener Völker bewohnt, die zu den Ärmsten in Nicaragua gehören.

Die bevorstehende Ankunft des als "extrem gefährlich" eingestuften Wirbelsturms hatte die zentralamerikanischen Staaten Nicaragua, Honduras und El Salvador schon seit Tagen in Alarmbereitschaft versetzt. Das US-Hurrikanzentrum NHC warnte vor heftigem Regen, "katastrophalem Wind, lebensbedrohlichen Sturmfluten, Sturzfluten und Erdrutschen" in weiten Teilen Zentralamerikas.

Tausende Einwohner entlang der nordöstlichen Karibikküste Nicaraguas und der Inselgruppe Cayos Miskitos wurden vorsorglich in Sicherheit gebracht. In Bilwi zogen viele Menschen in Notunterkünfte um. 

Bis Mittwochmorgen schwächte sich "Eta" laut NHC auf Windgeschwindigkeiten von bis zu 110 Stundenkilometer ab, etwa halb so viel wie bei seinem Eintreffen am Dienstag. Vorhersagen zufolge sollte er bis Donnerstag landweinwärts über den Norden Nicaraguas und das Zentrum von Honduras weiterziehen.

Durch den Klimawandel erwärmt sich laut Wissenschaftlern die oberste Wasserschicht der Ozeane, dadurch werden Hurrikane stärker und transportieren mehr Wasser mit sich. Dies wird zu einer immer größeren Gefahr für Bewohner von Küstenregionen, es drohen Sturzfluten.

gt/jes