Verletzte bei Gebäude-Einsturz im Osten der Türkei

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Beim Einsturz eines Gebäudes im Osten der Türkei sind mehrere Menschen verletzt worden. 13 Menschen seien von Rettungskräften aus den Trümmern des Gebäudes in der Stadt Malatya befreit worden, acht weitere hätten sich selbst in Sicherheit bringen können, sagte der stellvertretende türkische Innenminister Ismail Catakli am späten Dienstagabend. Nach Angaben der Regionalbehörden wurde am Abend niemand mehr vermisst. Einsatzkräfte setzten ihre Such- und Rettungsaktion dennoch fort.

Zunächst war von mindestens zehn Vermissten die Rede gewesen. "Nach den uns vorliegenden Informationen gibt es keine Vermissten mehr", sagte der Gouverneur der Provinz Malatya, Aydin Barus, am Abend. Allerdings sei nicht auszuschließen, dass sich noch Menschen unter den Trümmern befänden. "Hoffentlich erleben wir keine bösen Überraschungen", sagte er.

Das an einer belebten Straße in der Stadt Malatya liegende Gebäude war am Dienstagnachmittag eingestürzt. Laut Augenzeugen und Medienberichten ereignete sich das Unglück während geplanter Renovierungsarbeiten. Dabei sei eine Wand im Erdgeschoss des zweistöckigen Gebäudes beschädigt worden, die zwei Restaurants voneinander trennte.

13 Menschen wurden nach Behördenangaben ins Krankenhaus gebracht. Zwei von ihnen mussten laut Barus auf der Intensivstation behandelt werden.

Auf Aufnahmen von Überwachungskameras war zu sehen, wie das Gebäude plötzlich einstürzte und dabei eine riesige Staubwolke produzierte. Passanten rannten in Richtung der Unglücksstelle, um Verschütteten zu helfen. "Zuerst habe ich ein Knacken gehört, dann ist das Gebäude eingestürzt", sagte der Augenzeuge Turhan Cobanoglu dem Sender Haberturk.

Dem Oppositionspolitiker Enver Kiraz von der Partei CHP zufolge wurden auch Menschen verletzt, die sich zum Zeitpunkt des Unglücks in der Nähe des Gebäudes aufhielten. Nach seinen Angaben befanden sich im Erdgeschoss des Gebäudes ein Restaurant, ein Nuss-Geschäft und eine Bäckerei. Im zweiten Stock habe es ein Café gegeben. "Es ist eine sehr belebte Straße. Soweit ich weiß, sind einige Menschen verletzt worden, als sie an dem Gebäude vorbeiliefen."

Die genaue Ursache des Einsturzes war zunächst unklar. Barus verwies jedoch auf die Arbeiten, die an dem Gebäude vorgenommen wurden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurden der Gebäude-Eigentümer und drei an den Renovierungsarbeiten Beteiligte in Gewahrsam genommen.

Präsident Recep Tayyip Erdogan telefonierte mit dem Bürgermeister von Malatya und mit dem Gouverneur, wie sein Büro mitteilte. Der Kommunikationschef des Präsidenten, Fahrettin Altun, erklärte im Online-Dienst Twitter: "Unsere Gebete und Herzen sind bei unseren Brüdern und Schwestern in Malatya."

Der Gebäudeeinsturz in der 450.000-Einwohner-Stadt ereignete sich nach einer ganzen Reihe schwerer Unglücke in der Türkei in den vergangenen Monaten. Bei verheerenden Waldbränden und Sturzfluten kamen in diesem Jahr etwa hundert Menschen ums Leben. Im Zusammenhang mit dem Katastrophenmanagement geriet dabei auch Erdogan unter Druck.

isd/ck

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