PKK bekennt sich zu Anschlag in Diyarbakir

1 / 3
Zerstörtes Auto am Anschlagsort

Die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) hat sich am Mittwoch zu dem tödlichen Anschlag in der türkischen Kurdenmetropole Diyarbakir bekannt. Die Rebellengruppe begründete den Anschlag auf die Polizeizentrale von Diyarbakir mit dem "Druck" der Regierung auf die Kurden, wie die kurdische Nachrichtenagentur Firat berichtete. Die Regierung hatte zuvor mitgeteilt, dass die heftige Explosion am Dienstag kein Unfall, sondern ein Anschlag war.

Ermittlungen hätten "ergeben, dass es sich um einen Terroranschlag handelte", sagte Innenminister Süleyman Soylu dem Sender HaberTürk. Demnach wurde der Sprengstoff in einem Tunnel platziert. Soylu hatte am Vortag gesagt, die Explosion am Polizeihauptquartier sei ein Unfall gewesen, der durch Reparaturarbeiten an einem gepanzerten Polizeifahrzeug ausgelöst worden sei.

Die Explosion war in der ganzen Stadt zu hören gewesen und hatte einen tiefen Krater hinterlassen. Ein Gebäude wurde durch die Detonation komplett zerstört, drei Menschen kamen ums Leben. Soylu sagte, der Anschlag sei mit Sprengstoff verübt worden, der in einem 30 Meter langen Tunnel platziert worden sei. Der Tunnel sei vermutlich "vor kurzem" aus einem angrenzenden Gebäude gegraben worden.

Laut dem Gouverneursamt wurde eine Tonne Sprengstoff verwendet. Demnach handelte es sich bei den Toten um einen Polizisten und zwei Zivilisten. Zwölf weitere Menschen wurden verletzt. Es seien Ermittlungen eingeleitet und bereits 177 Verdächtige festgenommen worden.

Der Anschlag in der Großstadt im Südosten der Türkei erfolgte fünf Tage vor dem heftig umkämpften Verfassungsreferendum über die Stärkung der Macht von Präsident Recep Tayyip Erdogan. Das Referendum findet unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen statt und soll von zehntausenden Polizisten abgesichert werden.

Diyarbakir ist ein Zentrum des Konflikts mit der PKK-Guerilla, die in der Stadt immer wieder Anschläge auf die Sicherheitskräfte verübt. In den vergangenen Monaten gab es jedoch keine größeren Anschläge der PKK in der Türkei. Der Konflikt war nach dem Zusammenbruch von Friedensgesprächen im Sommer 2015 wieder eskaliert. Die Regierung geht seitdem mit großer Härte gegen die PKK vor.

Mit Yahoo Nutzung stimmen Sie zu, dass Yahoo und Partner Cookies für Personalisierungs- und andere Zwecke nutzen