Ministerium: Zwei Palästinenser bei Militäreinsatz Israels in Nablus getötet

Bei einem Einsatz der israelischen Armee im besetzten Westjordanland sind nach palästinensischen Angaben in der Nacht zum Sonntag zwei Palästinenser getötet worden. 19 weitere Menschen seien bei dem Einsatz in Nablus im Norden des Westjordanlands verletzt worden, davon zehn durch Schüsse, erklärte das palästinensische Rote Kreuz.

Die israelische Armee war nach eigenen Angaben auf der Suche nach Verdächtigen, die in Anschläge verwickelt gewesen seien. Bei den Getöteten handele es sich um einen 25-Jährigen, der durch einen Schuss in die Brust getötet wurde, sowie einen 28-Jährigen, der nach einem Schuss in den Kopf starb, teilte der palästinensische Gesundheitsminister Muhamad Asisi mit. Die israelische Armee erklärte, dass sie in der Nacht zu mehreren "Anti-Terror-Einsätzen" im Westjordanland ausgerückt sei.

In Nablus sei es dabei zu einem Schusswechsel zwischen israelischen Soldaten und "bewaffneten Verdächtigen" gekommen. Die Palästinenser hätten "Sprengkörper" sowie Steine in Richtung der israelischen Soldaten geworfen und Schüsse abgefeuert, teilte die Armee weiter mit. Die Soldaten hätten daraufhin mit "Maßnahmen der Aufstandsbekämpfung" und dem Einsatz "scharfer Munition" reagiert. Insgesamt wurden in der Nacht nach Angaben der israelischen Armee vier "Terrorverdächtige" festgenommen.

Der israelische Regierungschef Jair Lapid sprach bei einer Kabinettssitzung von einem Einsatz des Inlandsgeheimdienstes und der Polizeieinheit Jamam gegen "Schlupfwinkel" gegen gesuchte "Terroristen", die kürzlich "Anschläge mit Schusswaffen" verübt hätten. Der Einsatz sei "effizient und erfolgreich" verlaufen.

Der Sprecher der palästinensischen Präsidentschaft, Nabil Abu Rudeina, verurteilte das "neue israelische Verbrechen", das die Entschlossenheit des palästinensischen Volkes nicht brechen werde. In der Region werde die Gewalt nicht aufhören, bis die israelische Besetzung der palästinensischen Gebiete beendet sei.

Nach einer Reihe tödlicher Angriffe in Israel haben die israelischen Streitkräfte ihre Einsätze im Westjordanland in den vergangenen Monaten verstärkt, fast täglich fahnden sie dort nach Verdächtigen.

Seit März waren bei Angriffen von Palästinensern und arabischen Israelis 19 Menschen getötet worden, die meisten davon israelische Zivilisten. Im Westjordanland wurden seitdem 52 Palästinenser getötet, darunter militante Kämpfer, aber auch Zivilisten.

ao/ma

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