Mit nassen Haaren schlafen: ja oder nein?

Über die Frage, ob nasse Haare im Bett gut oder schlecht für Haare und Gesundheit sind, scheiden sich die Geister. Ein wichtiges Argument wird dabei kaum diskutiert.

Frau mit nassen, langen Haaren
Frisch aus der Dusche direkt ins Bett? Gesundheitsexperten empfehlen das nicht - doch der Grund ist überraschend. (Symbolbild: Getty Images)

Lieber abends oder morgen duschen? Schon alleine aus dieser Frage könnte sich eine philosophische Diskussion entwickeln – denn aus der Debatte um die Uhrzeit beim Duschen und Haarewaschen entwickeln sich viele weitere Fragen. Zum Beispiel die, ob das Schlafen mit nassen Haaren schädlich sein könnte – für die Haare, aber auch für die Gesundheit. Von Nackenschmerzen und Erkältungen ist da beispielsweise die Rede, die sich beim Schlafen mit nacktem Kopf leichter entwickeln könnten. Doch zumindest letzteres Argument ist schnell entkräftet: Denn Erkältungen verbreiten sich durch Erkältungsviren – also unabhängig von der Zeit des Duschens. Nur wer bereits gesundheitlich angegriffen ist und dennoch mit nassen Haaren bei offenem Fenster fröstelt, bereitet einer Erkältung einen dankbaren Nährboden. Alle anderen brauchen sich nicht zu sorgen – jedenfalls nicht vor einer Schnupfennase!

Erkältung ist nicht das schlimmste Gesundheitsrisiko beim Schlafen mit nassen Haaren

Es gibt jedoch noch eine weitere Gefahr, die beim Schlafen mit nassen Haaren weitaus schlimmer ist als das Risiko, sich zu erkälten. Einem Bericht des Portals Healthline zufolge können sich bestimmte Pilze wie etwa Malassezien, die sich sich auf der Hautflora eines jeden Menschen befinden, auf nasser Kopfhaut leichter ausbreiten. Dies kann neben Schuppen unter anderem auch zu Dermatitis führen. Die Behandlung ist denkbar einfach: Salben, Gele, spezielle Shampoos oder Cremes, in regelmäßigen Abständen auf die erkrankte Region der Haut gegeben, dämmen die Erkrankung schnell ein.

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Besonders immungeschwächte Personen sollten mit trockenen Haaren schlafen, denn es gibt weitere Pilze, die sich in feucht-warmer Umgebung wohl fühlen, aber weitaus schlimmere Folgen haben können als die erwähnten Malassezien: Sie können zu schweren Infektionen führen oder beispielsweise die Symptome von Asthma und anderen Atemwegserkrankungen verschlimmern. Wer dem aus dem Weg gehen will, föhnt - oder wartet vor dem Zubettgehen, bis die Haare trocken sind.

Beim Schlafen mit nassen Haaren leiden vor allem die Haare

Im Großen und Ganzen sind es jedoch vor allem die Haare, die beim Schlafen direkt nach dem Duschen – ohne Föhnen oder Lufttrocknen – leiden. Denn sie können durch die ständige Reibung mit dem Kopfkissen leicht brechen, zumal sie im nassen Zustand besonders empfindlich und angreifbar sind. Auch das Flechten zu einem Zopf oder Pferdeschwanz hilft nicht – im Gegenteil: Die Frisuren üben dem Bericht zufolge besonderen Druck auf die Haare aus. Allerdings hängt das Ausmaß des Schadens immer auch von der Beschaffenheit und Behandlung der Haare ab – chemisch behandelte Haare (z. B. durchs Färben) sind von Haarbruch weitaus mehr bedroht als unbehandelte. Auch die Häufigkeit des Schlafens mit nassen Haaren ist relevant.

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Du willst abends duschen? Dann solltest du diese Tipps befolgen

Wer sich das abendliche Duschen nicht abgewöhnen will, kann es zumindest um ein Stündchen vorverlegen – damit das Haar in Ruhe lufttrocknen kann, bevor es ins Bett geht. Auch ein Conditioner, regelmäßig verwendet, kann die Haare stärken und vor Haarbruch schützen. Zudem sollte die Temperatur im Zimmer nicht zu kalt, aber auch nicht zu warm sein: Zwischen 15 und 19 Grad werden empfohlen, damit das Haar nicht zu langsam trocknet und Pilze es zugleich nicht allzu leicht haben, sich in der feucht-warmen Atmosphäre zu vermehren. Na dann: Gute Nacht!

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