Mitarbeiterin in Madrider Klinik mit Ebola infiziert

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Madrider Klinik Carlos III

Die Mitarbeiterin einer Madrider Klinik, in der zuvor zwei Patienten an Ebola gestorben sind, hat sich mit dem hoch ansteckenden Virus infiziert. Wie die Gesundheitsbehörden der Region Madrid mitteilten, fielen zwei Tests bei der Krankenpflegerin "positiv" aus. Erstmals steckte sich demnach ein Mensch außerhalb von Afrika mit dem Virus an.

Die Frau arbeitete in der Klinik Carlos III., in der im August und September zwei spanische Missionare nach ihrer Rückkehr aus Westafrika an Ebola gestorben waren. Die spanische Direktorin für öffentliche Gesundheit, Mercedes Vinuesa, sagte auf einer eilig einberufenen Pressekonferenz, die Frau habe die beiden Missionare gepflegt. Gesundheitsministerin Ana Mato sagte, derzeit werde geprüft, ob während der Behandlung der beiden Priester sämtliche Vorschriften eingehalten wurden.

Den Angaben zufolge befindet sich die Hilfskrankenschwester auf der Isolierstation eines nicht spezialisierten Krankenhauses in einem südlichen Vorort von Madrid. An dem Ebola-Erreger, der über Körperflüssigkeiten übertragen wird, sind in Westafrika bereits mehr als 3400 Menschen gestorben. Neben Liberia sind Sierra Leone und Guinea von der Epidemie besonders betroffen.

Der Priester Miguel Pajares hatte sich in Liberia infiziert. Der 75-Jährige wurde auf der Isolierstation in Madrid mit dem experimentellen Serum ZMapp behandelt, starb jedoch am 12. August. Auch der aus Sierra Leone nach Spanien ausgeflogene Manuel García Viejo überlebte die Krankheit nicht. Der 69-jährige Missionar starb am 25. September in der Klinik.

Ein US-Kameramann, der sich in Liberia mit dem Ebola-Virus infizierte, traf unterdessen zur Behandlung in seiner Heimat ein. Das Spezialflugzeug mit dem 33-jährigen Freiberufler an Bord landete im Bundesstaat Nebraska, wie US-Medien berichteten. Der Mann, der zuletzt vor allem für den US-Fernsehsender NBC tätig war, hatte am vergangenen Mittwoch erste Symptome gezeigt.

Der Kameramann ist der vierte US-Bürger, der sich in Liberia mit Ebola infizierte. Bei den anderen drei Patienten handelte es sich um humanitäre Helfer, die in medizinischen Einrichtungen arbeiteten. Ein weiterer US-Bürger steckte sich in Sierra Leone mit dem Virus an.

Erstmals war in der vergangenen Woche auch bei einem Menschen in den USA selbst Ebola diagnostiziert worden. Der Liberianer Thomas Eric Duncan hatte sich in seinem Heimatland infiziert und hielt sich zu einem Familienbesuch in der texanischen Großstadt Dallas auf.

Das dortige Krankenhaus Texas Health Presbyterian teilte mit, Duncan werde mit einem experimentellen Medikament namens "brincidofovir" behandelt. Das von der US-Pharmafirma Chimerix entwickelte Präparat befinde sich derzeit in der Testphase. Bislang hat noch kein Medikament gegen Ebola eine offizielle Zulassung erhalten. Duncan schwebte nach Angaben des Krankenhauses am Montag weiter in Lebensgefahr. Sein Zustand sei aber stabil.

Eine norwegische Mitarbeiterin von Ärzte ohne Grenzen (MSF) infizierte sich nach Angaben der Organisation in Sierra Leone und soll in der Nacht ausgeflogen werden. Die Isolierstation der Universitätsklinik Oslo ist auf ihre Aufnahme vorbereitet.