Mitgliederversammlung: Hertha ist noch nicht reif für eine Frau

Juristin Susanne Klabe fällt bei Wahl zum Aufsichtsrat durch. Klub gibt 59,1 Millionen für Personal aus und umwirbt Jugendliche.

Berlin.  Ihr Auftritt hatte Charme. Selbstironisch spielte Susanne Klabe mit dem Umstand, dass sie die einzige Frau war, die sich für eine Stelle im Aufsichtsrat von Hertha BSC bewarb. Sie wolle ihr "Handtäschchen in den Ring werfen" und dabei keine "Quotenfrau" sein, sagte sie. Nur war Charme nicht unbedingt gefragt an diesem Abend in einer der Messehallen am Funkturm. Klabes Chancen auf das Amt sanken gen Null, als die Sprache auf ihren Beruf kam. Für viele Mitglieder war die Juristin als Vertreterin einer Interessengemeinschaft aus der Immobilienbranche nicht wählbar. Sie steht für "Gentrifizierung", behauptete ein Mitglied. Und weiter: "Hertha ist ein proletarischer Verein. Wenn Sie für eine Firma arbeiten, die hier in Berlin die Mieten mit hoch treibt, passt das nicht zusammen."

Nachdem der Klassen-Standpunkt also geklärt war, stimmten die Mitglieder ab. Und wer erhielt von den anwesenden Mitgliedern des proletarischen Vereins Hertha BSC die meisten Stimmen? Andreas Schmidt, Ex-Profi, und seit Jahren mit millionenschweren Vermögen befasst. Schade für Susanne Klabe, für einen Aufsichtsrat mit Frau ist Hertha 2018 noch nicht bereit. Schmidt wird dem neu gewählten Aufsichtsrat genau so angehören wie Torsten-Jörn Klein, Scott Körber, Klaus Brüggemann und Bernd Schiphorst.

Schiphorst erst im zweiten Wahlgang erfolgreich

Schiphorst (75), langjähriges Mitglied des Führungszirkels, wurde von den Anwesenden abgewatscht und erst im zweiten Wahlgang ins Amt gehievt. Herthas "elder statesman" g...

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