Mittelfinger-Alarm beim griechischen Finanzminister

Bei einer Rede beim „Subversive Festival“ in Zagreb lässt Yanis Varoufakis seiner Frustration freien Lauf. Doch nicht nur in Worten: Zur Untermauerung seiner Aussage gestikuliert der Grieche wild und streckt sogar seinen mittleren Finger provozierend in die Höhe.

Eigentlich läuft es gerade nicht so schlecht für Griechenland. Schließlich wurde dem hoch verschuldeten Land eine Schonfrist eingeräumt. Und nachdem die griechische Regierung ihren europäischen Partnern eine Reformliste vorlegen konnte, besteht nun die Möglichkeit einer erneuten Hilfe in Milliardenhöhe. Womöglich könnte der finanzielle Beistand bis Ende Juni 2015 ausgedehnt werden. Dafür fehlen nur noch von wenigen Staaten die Einverständniserklärungen – wie zum Beispiel von Deutschland.

Doch eitel Sonnenschein ist trotzdem noch lange nicht. Der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis verdeutlichte sein Problem bereits im Mai 2013 als er einen Vortrag beim „Subversive Festival“ in der kroatischen Hauptstadt Zagreb hielt. Damals formulierte er es folgendermaßen: „Griechenland hätte im Januar 2010 einfach ankündigen sollen, dass es seinen Verpflichtungen im Euro nicht nachkommen kann – wie Argentinien es getan hat – und Deutschland den Mittelfinger zeigen und sagen sollen `Jetzt könnt ihr das Problem allein lösen!`“ Die Aussage wird mit einer eindeutigen Handbewegung unterstrichen.

Mit seinem selbstbewussten Beitrag mit dem Titel „Der globale Minotaurus“ wollte er die schon lang andauernde finanzielle Problematik Griechenlands nicht mehr weiter beschönigen. Aber eben auch die Rolle Deutschlands in der griechischen Krise deutlich kritisieren. Denn nur weil die Anweisung aus Frankfurt und auch Brüssel kam, den Euro zu behalten – ist es fraglich, ob man diesem Wunsch zwingend hätte befolgen müssen.

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