Mittelständler aus Sonneberg - Thüringer Unternehmer warnt: „AfD verursacht jetzt schon ein massives Problem“

Nach einem Streit mit dem Landesvorstand dürfen zwei AfD-Kandidaten nicht zur Landtagswahl antreten. (Archivbild)<span class="copyright">Martin Schutt/dpa</span>
Nach einem Streit mit dem Landesvorstand dürfen zwei AfD-Kandidaten nicht zur Landtagswahl antreten. (Archivbild)Martin Schutt/dpa

Vor mehr als einem Jahr wurde Robert Sesselmann zum ersten AfD-Landrat Deutschlands gewählt. Der Unternehmer Michael Petry aus dem Kreis zieht ein Fazit und zeigt auf, warum die AfD bereits jetzt „ein massives Problem“ verursacht.

„Die AfD verursacht jetzt schon ein massives Problem, unabhängig von dem, was sie tut oder nicht tut, sondern einfach durch ihre Präsenz und die hohe Zustimmung zu ihr“, sagt Michael Petry (59) in einem Interview mit der „Welt“ .

Der 59-Jährige ist Geschäftsführer von GB Neuhaus aus dem thüringischen Landkreis Sonneberg, dessen Firma im Bereich Oberflächenbeschichtung tätig ist. Petry (59) warnt als Unterstützer des Bündnisses „Weltoffenes Thüringen“ bereits seit längerem vor der AfD. „Wir als Thüringen haben mittlerweile ein Image, bei welchem man schlichtweg Angst haben muss, als Faschist bezeichnet zu werden, einfach weil du von hier herkommst“, so der Unternehmer weiter.

Der Unternehmer warnt vor einem deutlichen Wahlsieg der AfD

Als Beispiel führt Petry die Suche nach einem Chemieingenieur an. Obwohl er einen aussichtsreichen Kandidaten bereits in Aussicht gehabt hatte, sei eine Beschäftigung nicht zustande gekommen. Der Grund: Die Frau des Kandidaten stamme aus Brasilien und diese „hat sich eindeutig positioniert, dass sie hier im Landkreis nicht leben will.“

Der Unternehmer betont zudem, dass die AfD auf Landesebene „nicht nur für uns als mittelständisches Technologie-Unternehmen, sehr gefährlich werden“.

Angesichts der kommenden Landtagswahlen in Thüringen und den aktuellen Umfragewerten, geht Petry nicht von einer absoluten Mehrheit für die AfD und Björn Höcke aus. „Sollte das passieren … also, in einem faschistischen Land kann ich mir nicht vorstellen, als Unternehmer tätig zu sein. Es wäre dann sowieso fraglich, ob das dann als Person mit einer abweichenden Meinung überhaupt noch möglich wäre.“