Mittelstand fürchtet negative Folgen des Brexit für die Handelsbeziehungen

Der deutsche Mittelstand fürchtet angesichts des EU-Austritts von Großbritannien negative Folgen für die Handelsbeziehungen. In einer Umfrage rechnen 42 Prozent der Befragten mit negativen Auswirkungen auf den deutschen Export

Der deutsche Mittelstand fürchtet angesichts des EU-Austritts von Großbritannien negative Folgen für die Handelsbeziehungen. Wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage des Mittelstandsverbunds hervorgeht, rechnen 42 Prozent der Befragten mit negativen Auswirkungen auf den deutschen Export, 80 Prozent befürchten Zölle auf Importe und Exporte. Die Konsequenzen des Brexit seien "für den deutschen Mittelstand nicht zu unterschätzen", erklärte der Hauptgeschäftsführer des Spitzenverbands, Ludwig Veltmann.

Der Verband forderte daher, dass die EU bei den Austrittsverhandlungen "mit Augenmaß" vorgehe. Nötig seien Übergangsfristen sowie niedrige Ein- und Ausfuhrzölle. Der Mittelstandsverbund vertritt mit seinen 310 Mitgliedern insgesamt 230.000 mittelständische Unternehmen.

Die Briten hatten im Juni vergangenen Jahres mit knapper Mehrheit per Referendum für den Brexit gestimmt. Am Mittwoch beantragte die britische Regierung offiziell den Austritt aus der EU. Damit beginnen die Austrittsverhandlungen, die auf zwei Jahre angesetzt sind.

Der Präsident des ifo-Instituts, Clemens Fuest, sprach sich für kooperative Verhandlungen zwischen beiden Seiten aus. Es liege "im Interesse aller Beteiligten, einen Scheidungskrieg zu vermeiden", erklärte er. Die derzeit geltenden Regeln für den Handel zwischen der EU und Großbritannien sollten "auch nach 2019 für eine Übergangsfrist weiter gelten".

Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) erklärte, der Brexit müsse als "Weckruf für die EU und die europäische Agrarpolitik verstanden werden". Der Austrittsprozess müsse dazu genutzt werden, "die Regularien der EU vom Kopf auf die Füße zu stellen". Nötig seien "dringend weniger kleinteilige und mehr pauschale Regelungen für Förderungen", forderte der Minister.

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