Mobilität in Köln: Leihrad und Mietauto ab sofort an gemeinsamer Station

Zwei neue Anlaufpunkte im Severinsviertel bieten Anreiz zum Umsteigen.

Im Severinsviertel gibt es künftig zwei Mobilstationen für Carsharing und Fahrräder. Diejenige, die an der Josephstraße liegt, ist bereits eingerichtet, eine weitere wird in den nächsten Wochen am Severinswall entstehen. „Wir wollen die Menschen dazu bringen, auf ein eigenes Auto zu verzichten“, sagte Verkehrsdezernentin Andrea Blome, als die Stadt am Donnerstag das Konzept an Ort und Stelle vorstellte. Neuartig an diesen Stationen ist, dass sie sich mitten in einem dicht besiedelten Stadtviertel befinden. Darin unterscheidet sich das gebündelte Angebot vom bisherigen Ansatz, Mobilstationen in der Nähe von Umsteigepunkten wie vor allem Bahnhöfen zu schaffen.

Die Stationen bieten Platz für drei beziehungsweise vier Fahrzeuge von Cambio Car-Sharing, ein Miet-Lastenrad der „Naturstrom“-Tochter „Donkee“, etwa zehn Leihräder von KVB, Ford-Pass und Mobike sowie zehn Privaträder. Die Stationen sind rund um die Uhr geöffnet. Die verschiedenen Angebote können entweder über Apps oder die Internetseiten der Anbieter gebucht werden.

Severinsviertel besonders geeignet

73 Prozent der Einwohner des Severinsviertels hätten kein eigenes Auto, sagte Blome, deshalb sei das Quartier besonders geeignet, hier mit der Umsetzung des Projekts zu beginnen, das die „Mobilitätswende“ fördern solle. „Die Rahmenbedingungen sind sehr günstig“, ergänzte Klaus Harzendorf, Leiter des Amtes für Straßen und Verkehrsentwicklung.

In mehreren Ausbaustufen soll im gesamten Stadtgebiet ein Netz von Mobilstationen entstehen. Noch in diesem Jahr werden 13 bereits bestehende Standorte, die sich an Haltestellen der Kölner Verkehrs-Betriebe oder der Deutschen Bahn befinden, mit einheitlichem Design so gekennzeichnet, dass sie als Mobilstationen gut zu erkennen sind. Außerdem sollen in den nächsten Jahren sukzessive weitere Standorte in Wohnquartieren und Gewerbegebieten ausgewiesen werden.

Stadt sichert Fördersumme von 200.000 Euro zu

Die Mobilstationen im Vringsveedel sind Teil eines Modellvorhabens, das vom Bundes-Forschungsprogramm „Experimenteller Wohnungs- und Städtebau“ unterstützt wird. Die Gesamtkosten für die Ausstattung der Stationen samt Beschilderung betragen 7400 Euro. Insgesamt hat die Stadt eine Fördersumme von gut 200.000 Euro für das Vorhaben zugesprochen bekommen, den Fuß- und Radverkehr im Projektgebiet Altstadt-Süd zu verbessern.

Dazu gehört neben der Einrichtung der Mobilstationen, die das Quartier von geparkten Fahrzeugen entlasten und so Fußgängern und Radfahrern mehr Raum geben sollen, unter anderem, ein Fußverkehrskonzept für das Severinsviertel zu entwickeln, Fahrradstraßen zu schaffen und eine Fahrspur der Ulrichgasse in einen Radfahrstreifen umzuwandeln, was bereits geschehen ist.

Bisher nicht für E-Autos

Kölns Fahrradbeauftragter Jürgen Möllers sagte, man wolle überdies Eigentümer von Privatflächen dafür gewinnen, diese gegen einen Zuschuss als Abstellplatz für Räder zu Verfügung zu stellen. Zum Umstand, dass die beiden neuen Mobilstationen nicht für Elektrofahrzeuge ausgelegt sind, sagte Andrea Blome, sie könnten jederzeit nachgerüstet werden. Zunächst wolle die Verwaltung einen Ratsbeschluss herbeiführen, 400 Ladesäulen in Innenstadt-Quartieren zu installieren....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta