Mobilität: Pendler in Berlin: "Die Bahn ist das kleinere Übel"

Täglich pendeln 274.000 Menschen nach Berlin – viele kommen mit dem Zug. Mit neuen Verkehrsprojekten will die Politik darauf reagieren.

Torsten Klamets Tag beginnt früh. Zwei Stunden vor Dienstbeginn verlässt er sein Haus in Brandenburg an der Havel und steigt in den Regional-Express RE1 Richtung Berlin. Um 7.30 Uhr beginnt seine Schicht im Bodendienst am Flughafen Tegel. Der Weg ist für Klamet (48) zwar lang, aber kein Problem. "Ich habe mich mittlerweile an das frühe Aufstehen gewöhnt", sagt er. Lediglich die Unpünktlichkeit der Pendlerzüge regt ihn auf.

Dagegen ist Franziska Röse (24) genervt. Um 6.30 Uhr fängt der Dienst der Justizfachangestellten bei der Berliner Staatsanwaltschaft an. Der Fahrplan für den Zug, der sie aus ihrem Heimatort Nauen (Havelland) nach Berlin bringt, passt ihr nicht. "Ich komme entweder deutlich vor Dienstbeginn oder viel zu spät in Berlin an." Sie wünscht sich, dass die Zahl der Zugverbindungen nach Berlin erhöht wird. Dennoch: Das Auto ist für Röse keine Option. Zu lange stünde sie im abendlichen Berufsverkehr im Stau. "Die Bahn ist für meinen 40-minütigen Heimweg das kleinere Übel."

Klamet und Röse sind nur zwei von 274.000 Menschen, die täglich aus Brandenburg zu ihren Arbeitsplätzen in die Hauptstadt pendeln. Das entspricht 21 Prozent der Berliner Arbeitnehmer. Was die Anzahl der Pendler betrifft, belegt Berlin damit nur Platz vier der Rangliste hinter Spitzenreiter München, Frankfurt am Main und Hamburg. Das geht aus einer neuen Auswertung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) in Bonn hervor.

Im gesamten Bundesgebiet hat die Zahl der Pendler zugenommen...

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