Modernes Wohnen: Warum und wie ein Berliner in einem alten Futtersilo wohnt

Ins Bett geht's über die Kletterwand, der Tisch ist Teil des Fußbodens: Wohnen auf 13 Quadratmetern geht, sagt Jan Körbes.

Jan Körbes empfängt die Besucher mit herzlicher Geste und der wichtigsten Hausregel: "Schuhe ausziehen", sagt er freundlich. "Das muss sein, hier lebt man auf dem Fußboden." Das Schuhwerk kommt in einen versteckten Winkel, die Jacke an die Garderobe – nun ja, früher einmal mag diese ein Rechen oder etwas Ähnliches gewesen sein.

Es ist nicht das Erste, war hier drinnen auffällt. Obwohl das Auge viel Vertrautes erfasst. Im Wohnraum fällt die Sonne durchs Fenster. Auf der Anrichte stehen Kaffeebecher, in die Wände eingelassene sind voller Bücher und Alltagskram. Es ist wohnlich, doch fühlt es sich völlig anders an als in jedem normalen Wohngebäude. Und das nicht nur, weil fast die ganze Einrichtung schon ein früheres Leben hatte. Die Anrichte ist aus Möbelteilen zusammengebaut, ein Stück Fußboden lässt sich zum Tisch hochfahren. Dann sitzen alle auf dem korkbelegten Boden, die Füße in der versenkten Badewanne, die das Loch unter der Tischplatte ausfüllt.

Gästewohnung für die Künstler

Bild Nr. 1:
Das Silo hat Fenster bekommen Amin Akhtar

Das Haus, in dem Jan Körbes mit Tochter Liuka fast drei Jahre gewohnt hat, war ursprünglich ein Getreidesilo. Ein Bauer in den Niederlanden wollte den sechs Meter hohen Futtertrichter ausrangieren. "Aber ein Silo, das hatte ich damals schon länger im Kopf, ist genau der Maßstab, wo Menschen reinpassen", sagt der Architekt. Das Umnutzen von Dingen und Materialien, die nutzlos scheinen, ist Körbes' Spezialgebiet. Dies, und das Laborieren mit Architektur, das Ausloten der Grenzen davon, wie Leben, Wohnen ...

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