Mogelpackung des Monats: Gebäck von Griesson – de Beukelaer

·Freiberufliche Journalistin
·Lesedauer: 3 Min.

Versteckte Preiserhöhung plus Umweltsünde – die Mogelpackung des Monats ist dieses Mal ein ganz dreister Fall, so die Verbraucherzentrale Hamburg.

Doppelt so große Verpackung, fast gleicher Inhalt: Die Waffelblättchen vom Hersteller Griesson - de Beukelaer. (Bild: Verbraucherzentrale Hamburg)
Doppelt so große Verpackung, fast gleicher Inhalt: Die Waffelblättchen vom Hersteller Griesson - de Beukelaer. (Bild: Verbraucherzentrale Hamburg)

Wenn im Lebensmittelhandel bei den Preisen getrickst wird, bleibt das bei der Verbraucherzentrale Hamburg meist nicht unbemerkt. Besonders dreiste Fälle werden mit dem unrühmlichen Titel Mogelpackung des Monats abgestraft.

Im Oktober geht der Negativpreis an ein Gebäck des Herstellers Griesson – de Beukelaer. „So dreist hat selten ein Hersteller getrickst“, so die Verbraucherzentrale Hamburg. Unter der Überschrift „Da hat wohl jemand einen an der Waffel!“ machen die Verbraucherschützer auf ihrer Internetseite auf den Fall aufmerksam.

Inhalt fast gleich, Verpackung doppelt so groß

Grund für die Empörung ist die versteckte Preiserhöhung der Wurzener Waffelblättchen. Die beiden Sorten Extra Milchschokolade und Zartbitter werden seit Kurzem in einer neuen Verpackung angeboten. Die ist fast doppelt so groß wie das Vorgängerexemplar, der Inhalt hat sich aber so gut wie nicht verändert. Gleichzeitig wurde der Preis für das Gebäck von 99 Cent auf 1,29 Euro erhöht, somit zahlen Verbraucher*innen nun 27 Prozent mehr für die Ware.

Schräg statt aufrecht: So wurde der Inhalt auf zwei Frischepacks verteilt. (Bild: Verbraucherzentrale Hamburg)
Schräg statt aufrecht: So wurde der Inhalt auf zwei Frischepacks verteilt. (Bild: Verbraucherzentrale Hamburg)

„Griesson - de Beukelaer vergrößert die Umverpackung seiner Wurzener Waffelblättchen so drastisch, dass Verbraucherinnen und Verbraucher die doppelte Menge Inhalt erwarten könnten. Dabei bekommt man nur drei Gramm mehr an Schokowaffeln“, so die Verbraucherzentrale. Hinzu kommt, dass der Hersteller auf der neuen Verpackung mit dem Hinweis „mit 2 Frischepacks“ wirbt.

Schräger Trick für mehr Fülle

Rund 70 Prozent größer ist die neue Verpackung. Damit die beiden Frischepacks, deren Inhalt vorher in einem steckten, nicht leer aussehen, hat sich der Hersteller etwas einfallen lassen: Der Umkarton wurde in der Höhe um 0,3 Millimeter auf 3,2 Zentimeter verkleinert. So können die 3,5 Zentimeter hohen Waffelblättchen nicht mehr aufrecht stehen, sondern liegen schräg in der Packung, was mehr Fülle suggeriert.

Auf der Facebook-Seite der Verbraucherzentrale diskutieren Nutzer über die Mogelpackung von Griesson – de Beukelaer:

Hersteller reagiert nicht auf Anfrage

Die Verbraucherzentrale bat Griesson – de Beukelaer um eine Stellungnahme. Doch die habe der Hersteller auch nach mehrfacher Anfrage bis heute verweigert.

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Ärgerlich finden die Verbraucherschützer nicht nur die Preistrickserei, sondern auch die Umweltsünde, die damit einhergeht: „Fakt ist, mit dieser neuen Verpackung produziert der Hersteller unnötigerweise deutlich mehr Verpackungsmüll. Nicht nur, dass die Waffeln jetzt auf zwei Papptrays verteilt werden müssen, vorher war es Tray. Auch die Umverpackung selbst ist ja um einiges größer geworden und zusätzliche Plastikfolie kommt noch oben drauf. Diese Trickserei ist eine Umweltsünde! Aber egal, Hauptsache das ,Waffelgeschäft‘ lohnt sicher wieder...“

Helfen Sie mit!

Mogelpackungen und versteckte Preiserhöhungen sind leider keine Seltenheit. Beim Einkaufen bleibt oft nicht die Zeit, jedes Mal das Kleingedruckte auf den Verpackungen zu lesen. Deshalb hat es sich die Verbraucherzentrale Hamburg zur Aufgabe gemacht, immer wieder auf Mogelpackungen hinzuweisen.

Wenn Ihnen auch Mogelpackungen auffallen, freut sich die Verbraucherzentrale Hamburg über eine kurze Meldung per E-Mail an ernaehrung@vzhh.de oder über das Kontaktformular auf ihrer Internetseite.

Weitere Informationen zu aktuellen Mogelpackungen finden Sie auf der Internetseite der Verbraucherzentrale Hamburg und auf der Facebook-Seite der Verbraucherschützer.

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