Monde des Jupiter senden zerstörerische Wellen aus

Nach neuesten Erkenntnissen schwirren mindestens 79 Monde um den Jupiter. (Bild: Getty Images)

Elektromagnetische Wellen gibt es im gesamten Universum, eine Gefahr sind sie allerdings kaum. Doch Wissenschaftler haben nun herausgefunden, dass zwei Jupiter-Monde diese Wellen derart verstärken, dass sie durchaus Probleme verursachen könnten.

Wissenschaftler des Deutschen GeoForschungsZentrums sowie der Universität Potsdam haben eine außerordentliche Entdeckung gemacht: Das Team unter der Leitung von Yuri Shprits fand heraus, dass elektromagnetische Wellen – sogenannte Chorwellen – bei zwei Monden in der Umlaufbahn des Jupiter besonders stark ausgeprägt sind. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin „Nature Communications“ publiziert.

Bei Chorwellen handelt es sich um äußerst niederfrequente Radiowellen. Sie kommen beispielsweise in der äußeren Magnetosphäre der Erde vor. Doch nirgendwo in unserem Sonnensystem ist das Magnetfeld so stark wie im Orbit des Jupiter. 20.000-mal stärker ist das dortige Magnetfeld im Gegensatz zur Erde.

Für Satelliten könnte es im Jupiter-Orbit unter Umständen gefährlich werden. (Bild: Getty Images)

Die Forscher um Yuri Shprits haben nun entdeckt, dass zwei Jupiter-Monde – Europa und Ganymed – diese Chorwellen um ein Vielfaches verstärken. Und zwar sollen die Strahlungen von Ganymed eine Million Mal, die von Europa hundert Mal so stark sein wie im restlichen Jupiter-Orbit. Als möglichen Grund sehen die Autoren der Studie an, dass sich die Jupitermonde – anders als der Erdtrabant – innerhalb des Magnetfeldes des Planeten bewegen.

Richard Horne vom British Antarctic Survey, der ebenfalls an der Studie beteiligt war, sagte: „Selbst wenn nur ein Bruchteil dieser Wellen es schafft, die nähere Umgebung von Ganymed zu verlassen, können sie Elektronen extrem beschleunigen und damit auch für hochenergetische ‚Killer-Elektronen‘ innerhalb des Jupiter-Magnetfeldes sorgen.“

Ganymed und Europa könnten negativ auf Satellitentechnik wirken. (Bild: Getty Images)

Sollte die Raumfahrt einmal weitere Vorstöße in Richtung Jupiter unternehmen, könnten die Chorwellen zum Problem werden. Die Technik könnte durch die „Killer-Elektronen“ empfindlich gestört werden. Betreffen könnte dies etwa Raumsonden, die zu Forschungszwecken auf den Jupiter gesandt werden. In ferner Zukunft würden auch bemannte Flüge von den Strahlungen tangiert, sollten Raumfahrzeuge zum Jupiter aufbrechen oder an diesem vorbeifliegen.

Wie wenig der Mensch über das eigene Sonnensystem, geschweige denn das Universum weiß, wurde auch vor wenigen Wochen deutlich, als Forscher zwölf weitere Monde um den Gasriesen entdeckt haben. Der Jupiter zählt nun offiziell 79 Monde.