Bob: Lochner siegt - Nolte trotz Bahnrekord nur Zweite

Zwei Wochen vor dem WM-Auftakt hat der angeschlagene Bob-Dominator Francesco Friedrich seiner Muskelverletzung erneut Tribut zollen müssen, als Tagesdritter aber immerhin das Podium auf seiner Heimbahn erreicht. Beim Zweierbob-Weltcup in Altenberg betrug der Rückstand des Rekordweltmeisters auf den im Gesamtweltcup führenden Johannes Lochner (Stuttgart) 1,06 Sekunden. Christoph Hafer (Bad Feilnbach/+1,22) rundete das starke Ergebnis des deutschen Teams als Vierter ab.

Für Lochner war es der erste Erfolg im Zweier in Altenberg überhaupt. "Es war nicht immer meine Lieblingsbahn, aber jetzt wird es", sagte der 32-Jährige nach seinem dritten Zweierbob-Weltcupsieg in Serie, bei dem er mit starken Startzeiten überzeugte. Doppel-Olympiasieger Friedrich hingegen konnte wegen des Muskelfaserrisses im Adduktorenbereich seinen Anschieber Alexander Schüller nicht ausreichend unterstützen.

"Ich muss mich jeden Tag neu herantasten und gucken, was möglich ist", hatte der Oberbärenburger nach dem ersten Lauf gesagt. Mit dem dritten Rang, seinem "internen Ziel", war er deshalb zufrieden - und gab sich selbstbewusst für den Viererbob am Sonntag. Dort gehe es "wieder in den Angriff", so Friedrich. Am vergangenen Wochenende hatte er in Winterberg nach Platz sechs im Zweier den Vierer gewonnen.

Derweil verpasste Zweier-Olympiasiegerin Laura Nolte ihren dritten Weltcupsieg nacheinander. Trotz Bahnrekords im ersten Lauf musste sich die 24-Jährige im Monobob Olympiasiegerin Kaillie Humphries mit 0,55 Sekunden Rückstand geschlagen geben und liegt in der Gesamtwertung als Zweite nun 50 Punkte hinter der US-Amerikanerin (1070). Das Podium komplettierte die Kanadierin Appiah Cynthia (+0,94 Sekunden).

"Im zweiten Lauf bin ich sehr schlecht gefahren, da habe ich es weggeschmissen", sagte die Winterbergerin. Mit Blick auf die Weltmeisterschaften in St. Moritz (28. Januar bis 4. Februar) ist Nolte, die in der Vorwoche bei ihrem Heimrennen einen Doppelsieg im Mono- und Zweierbob gefeiert hatte, aber nicht beunruhigt: "Wir sind auf dem richtigen Weg, ich bin optimistisch."

Lisa Buckwitz (Oberhof) verpasste als Tagesvierte (+1,00) nur knapp das Podest, während Kim Kalicki (Wiesbaden/+1,87) als dritte BSD-Pilotin auf Rang sieben fuhr.