Monsanto-Übernahme im Fokus der Bayer-Aktionäre

Das Werk der Bayer AG im Chemiepark in Leverkusen. Foto: Oliver Berg/Archiv

Die Bayer-Aktionäre werden heute erstmals den Konzernvorstand auf der Hauptversammlung zur geplanten Übernahme des US-Saatgutriesen Monsanto befragen dürfen.

Nicht nur Umweltaktivisten und Naturschützer, die am Versammlungsort in Bonn Proteste ankündigten, stehen dem 66 Milliarden US-Dollar teuren Deal kritisch gegenüber. Auch verschiedene Aktionärsvertreter und Fonds äußerten bereits ihren Unmut. Sie stoßen sich vor allem an der Höhe des Kaufpreises und der drastisch steigenden Verschuldung.

Von seinen Eigentümern muss sich Bayer kein positives Votum für die Übernahme mehr einholen, das hatte der Aufsichtsrat als Vertreter der Kapitalseite bereits getan. Derzeit liegen die Pläne bei zahlreichen Wettbewerbsbehörden. Bei der EU-Kommission soll der Zukauf im Laufe des zweiten Quartals zur Genehmigung eingereicht werden.

Umwelt- und Naturschützer, kirchliche Hilfsorganisationen und entwicklungspolitischen Gruppen bis hin zu politischen Parteien sehen die Mega-Übernahme seit längerer Zeit kritisch. Durch den Zukauf, der Bayer zum weltweit größten Anbieter im Pflanzenschutz und bei Saatgut macht, und weiteren Fusionen in der Branche würden die Märkte nur noch von wenigen Anbietern dominiert, die die Preise diktierten und ihre Angebote auf wenige gewinnträchtige Produkte reduzierten. Auf der Strecke blieben Artenvielfalt, Ernährungssouveränität und ein nachhaltige Wirtschaften in der Agrarwirtschaft.

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