Mordfall Bögerl: Ermittler wieder ohne heiße Spur

Ein Polizeikonvoi fährt im Juni 2010 bei Heidenheim-Nietheim in einen Wald. Dort in der Nähe war die Leiche der entführten Bankiersgattin gefunden worden. Foto: Stefan Puchner

Nach der schnellen Freilassung des Verdächtigen stehen die Ermittler im Fall der ermordeten Bankiersfrau Maria Bögerl aus Heidenheim nun wieder ohne heiße Spur da.

Der Verdacht gegen den 47-Jährigen, der nach einer öffentlichen Fahndung in der Nacht zum Donnerstag festgenommen und stundenlang verhört worden war, hatte sich nicht erhärtet. Der Mann ist daher wieder auf freiem Fuß. Eine DNA-Probe hatte nach Angaben der Staatsanwaltschaft keine Übereinstimmung mit seinerzeit gesicherten Spuren ergeben.

Für die Ermittler, die seit fast sieben Jahren nach dem Mörder von Maria Bögerl suchen, ist die Sache damit allerdings nicht erledigt. Es gebe weitere Ermittlungen im Umfeld des Mannes, hatte Staatsanwalt Armin Burger am Donnerstag betont. Immerhin hatte der 47-Jährige - wenn auch in betrunkenem Zustand - die Tat vor Zeugen zugegeben und laut Polizei auch «tatrelevante Angaben» gemacht. Neue konkrete Hinweise hätten sich nach seiner Festnahme zunächst aber auch nicht ergeben, hatte Burger gesagt.

Das Verbrechen an Maria Bögerl ist einer der bekanntesten ungeklärten Mordfälle in Deutschland: Die Ehefrau des damaligen Heidenheimer Sparkassenchefs war am 12. Mai 2010 aus ihrem Haus entführt und umgebracht worden. Anfang Juni 2010 fand ein Spaziergänger die Leiche der 54-Jährigen an einem Waldrand bei Heidenheim.

Im Sommer 2016 hatte dann der zwischenzeitlich festgenommene 47-Jährige in Hagen in Nordrhein-Westfalen vor Zeugen erklärt, er habe die Frau erstochen. Die Zeugen hatten das Gespräch mit einem Handy aufgezeichnet und die Polizei alarmiert.

Der Verdächtige konnte erst identifiziert werden, nachdem die Staatsanwaltschaft sich zu einem öffentlichen Aufruf an die Bevölkerung mit der Bitte um Hinweise entschloss - darunter am Mittwochabend in der ZDF-Sendung «Aktenzeichen XY... ungelöst». Kurz danach wurde der Mann in seiner Wohnung in Königsbronn festgenommen. Der Ort liegt nördlich von Ulm etwa zehn Kilometer von Heidenheim entfernt, wo die Familie Bögerl wohnte.

Mit Yahoo Nutzung stimmen Sie zu, dass Yahoo und Partner Cookies für Personalisierungs- und andere Zwecke nutzen