Mordfall Daphne Caruana Galizia in Malta: Begnadigung gegen Infos?

Im Fall der vor zwei Jahren ermordeten Investigativjournalistin Daphne Caruana Galizia hat die Polizei in Malta einen mutmaßlichen Mittelsmann festgenommen. Er soll zwischen den Auftraggebern der Tat und den Mördern vermittelt haben.

Bisher sind erst drei Männer angeklagt, die den Mord begangen haben sollen. Die Drahtzieher sind bis heute unbekannt.

Straffreiheit gegen Information

Der Premierminister Joseph Muscat stellt dem mutmaßlichen Mittelsmann Begnadigung im Tausch gegen Informationen in Aussicht. Vor der Presse hat er dies bestätigt:

"Wir haben mit den Anwälten der Person über einen Schritt verhandelt, der ohne Präzedenzfall ist. Demnach würde ich schriftlich eine Begnadigung durch den Präsidenten empfehlen, sofern die Behörden alle Informationen und Beweise erhalten, und diese dann vor Gericht bestätigt werden. Wenn diese Person mit der Polizei zusammenarbeitet und ihre Aussagen für eine Anklage des Auftraggebers ausreichen, wird diese Person durch den Präsidenten begnadigt."

Die ermordete Journalistin hatte unter anderem über Korruption in der maltesischen Regierung recherchiert. Sie hatte aufgedeckt, dass zahlreiche Politiker, Unternehmer und Prominente illegale Briefkastenfirmen im Ausland hatten.