Moschee in arabisch-israelischem Dorf beschmiert - 150 Autoreifen aufgeschlitzt

Beschmierte Moschee in Dschisch

Im arabisch-israelischen Dorf Dschisch an der Grenze zum Libanon haben Unbekannte mehr als 150 Autoreifen aufgeschlitzt und eine Moschee mit rassistischen Schriftzügen beschmiert. Die Slogans auf der Moschee und einem weiteren Gebäude deuteten darauf hin, dass es sich bei den Tätern um jüdische Extremisten handeln könnte, teilte die Polizei am Dienstag mit. Sie verurteilte den Vorfall als "nationalistische Hasskriminalität".

Auf der Moschee und dem weiteren Gebäude waren Slogans wie "Die Juden erwachen" und "Hört auf, euch zu assimilieren" zu lesen. In dem Dorf im Norden Galiläas leben vor allem Christen und Muslime. Israels geschäftsführender Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte, er verurteile den Vorfall "entschieden". "Wir werden keinerlei Attacken auf unsere Bürger dulden", sagte Netanjahu.

Der Chef der Vereinigten Liste, dem wichtigsten Wahlbündnis der arabischen Parteien in Israel, machte hingegen Netanjahu für die rassistischen Attacken mitverantwortlich. Der Likud-Chef habe der arabischen Minderheit "seit Wochen eine Botschaft vermittelt: Ihr seid unerwünscht", kritisierte Ayman Odeh. "Heute sehen wir die Ergebnisse", fügte er hinzu.

Kritiker werfen Netanjahu vor, im Wahlkampf mit anti-arabischer Rhetorik Stimmung gegen die Minderheiten im Land zu machen. In Israel wird am 2. März zum dritten Mal innerhalb eines Jahres ein neues Parlament gewählt.