Moskau will schnell über Snowden-Gesuch entscheiden

Die russischen Behörden wollen schnell über das Gesuch des ehemaligen US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden entscheiden, seine Aufenthaltsgenehmigung zu verlängern. "Snowdens Leben ist weiter in Gefahr", sagte ein leitender Vertreter der russischen Einwanderungsbehörde, Wladimir Woloch, laut der Nachrichtenagentur Interfax am Freitag. Die Einwanderungsbehörde habe deshalb "jeden Grund, seinen Status zu verlängern" und könne "binnen einer Woche" zu einer Entscheidung kommen.

Snowden hatte vor gut einem Jahr mit seinen Enthüllungen die Affäre um die Abhöraktionen des US-Geheimdienstes NSA ausgelöst. Auf seiner Flucht reiste er über Hongkong nach Russland, wo er am 1. August 2013 für ein Jahr Asyl erhielt. Es läuft am 31. Juli aus. Snowdens russischer Anwalt Anatoli Kutscherena hatte am Mittwoch gesagt, er habe die notwendigen Dokumente "für die Verlängerung des Aufenthalts" in Russland eingereicht.

Snowden hat in mehreren Ländern Asyl beantragt, bislang jedoch ohne Erfolg. Da die US-Justiz Snowden unter anderem wegen Spionage per Haftbefehl sucht und sein Pass eingezogen wurde, sind seine Reisemöglichkeiten begrenzt. Er hatte vor einiger Zeit auch die Hoffnung geäußert, in seine Heimat zurückkehren zu können, wo ihm aber eine lange Gefängnisstrafe wegen Spionagevorwürfen droht.

In Deutschland wird über seine Befragung durch den NSA-Untersuchungsausschuss gestritten. Die Opposition aus Grünen und Linkspartei will ihn nach Deutschland holen, was die Bundesregierung aber aus Rücksicht auf die USA ablehnt.