Motivation vom "Wolf of Wall Street": CDU soll irritierendes Video gezeigt haben

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Ob Leonardo DiCaprio wohl sein Okay für den
Ob Leonardo DiCaprio wohl sein Okay für den "Auftritt" bei der CDU-Veranstaltung gegeben hatte? (Bild: Capital Pictures/ddp)

Man merkt, dass die CDU im Endspurt des Wahlkampfes plötzlich hinten liegt. Jetzt soll in der Parteizentrale auch noch ein ziemlich peinliches Motivationsfilmchen gezeigt worden sein.

Das Vice-Magazin hatte zuerst darüber berichtet, dass während des TV-Triells ein Filmausschnitt aus dem Hollywood-Blockbuster "The Wolf of Wall Street" gezeigt worden sei. Dazu liefen offensichtlich als Motivation gedachte deutsche Untertitel durch das Bild. Das Video wurde zunächst auf Twitter gepostet, dann aber schnell wieder entfernt. Doch Vice-Chefredakteur Felix Dachsel teilte erst Screenshots und dann aber das ganze Video von der Veranstaltung über seinen Account.

Ein Börsenbetrüger als Motivator?

Dazu schrieb Dachsel: "Motivationsfilmchen im Adenauerhaus. Jesus, ist das peinlich." Zu sehen ist eine berühmte Szene aus dem Film, in der Leonardo DiCaprio seine Mitarbeiter mit deftigen Worten anheizt. Nur stellt DiCaprio in "The Wolf of Wall Street" einen der berüchtigtsten Börsen-Betrüger aller Zeiten da: Jordan Belfort. Für seine Betrügereien und den Vorwurf der Geldwäsche wurde Belfort zu einer mehrjärhigen Haftstrafe verurteilt. Auf seinen Memoiren beruht der 2013 erschienen Scorcese-Streifen. Kein wirklich klug gewähltes Vorbild für die CDU also, zumal nach der Maskenaffäre und der Verstrickung einiger CDU-Abgeordneten in die Aserbaidschan-Affäre das Thema Korruption ein ohnehin eher heißes Eisen für eine Partei mitten im Wahlkampf ist. 

"Notfalls erzwingen wir es"

Doch was das Video besonders irritierend macht, ist nicht nur die Figur Belforts und der Bezug zu groß angelegten Finanzbetrügereien. Es waren vor allem die hinzugefügten Untertitel, die beim PR-Team der Union jetzt für ziemliche Hektik sorgen dürften. Denn angepasst an den rauen Ton der Originalrede übertrugen die Macher des Videos das Motivationsszenario auf die Politik. So lassen sie DiCaprio dann sagen: "Wir überholen die Sozen!" Und gegenüber dem SPD-Kontrahenten Scholz wird noch mehr ausgeteilt: "Ausgeschlumpft, lieber Olaf!" Die Mitarbeitenden werden angestachelt, raus zu gehen und die Leute mit Armin Laschet gemeinsam zu überzeugen: "Notfalls erzwingen wir es". Ein Satz, der vielen Menschen im Zusammenhang mit einer demokratischen Wahl zumindest fragwürdig erscheinen dürfte.

Ursprünglich hatte das Video ein Pressesprecher der CDU Sachsen gepostet und es kurz darauf wieder entfernt. Auf Anfrage von Vice hieß es aus der CDU, es sei kein offizielles Parteivideo und Laschet habe sich bei der Ausstrahlung noch nicht in der Parteizentrale befunden. Dennoch dürfte das misslungene Motivations-Video für einen größeren Imageschaden gesorgt haben, denn Laschet gerade überhaupt nicht gebrauchen kann. Schon vor Bekanntwerden des Video-Fauxpas hatte der CDU-Kandidat im Triell als schlechtester der drei Kanzlerkandidaten abgeschnitten.

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