Motorrad-Ausstatter - Schock für Biker! Kult-Marke Kellermann ist pleite

Zahlreiche Motorräder fahren in einem Korso durch die Kulmbacher Innenstadt.<span class="copyright">Pia Bayer/dpa</span>
Zahlreiche Motorräder fahren in einem Korso durch die Kulmbacher Innenstadt.Pia Bayer/dpa

Jetzt gehen die Warnblinker an! Der Aachener Hersteller von Motorradbeleuchtungen, die Kellermann GmbH, hat Insolvenz angemeldet. FOCUS online sagt, wie es mit dem Unternehmen weitergeht und ob Biker weiterhin die beliebten „Kellermänner“ kaufen können.

Die 1989 gegründete Kellermann GmbH, bekannt für ihre „Mini-Blinker“, hat Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Das Amtsgericht Aachen hat bereits reagiert und Rechtsanwalt Mark Boddenberg zum vorläufigen Sachwalter bestellt. Motorradfahrer sollen die beliebten „Kellermänner“ weiterhin im Fachhandel und auch in Werkstätten kaufen können.

Geschäfte von Kellermann laufen weiter

Bei einer Insolvenz in Eigenverwaltung bleibt die Geschäftsführung im Amt und bekommt einen Rechtsanwalt als Sachwalter zur Seite gestellt. Gleichzeitig kümmert sich ein Restrukturierungsexperte um die Sanierung des Unternehmens. Dabei geht es auch um eine außergerichtliche Einigung mit den Gläubigern.

Auch deshalb läuft der Geschäftsbetrieb uneingeschränkt weiter. Die Löhne und Gehälter der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind für die nächsten drei Monate durch das Insolvenzgeld der Agentur für Arbeit gesichert.

Unternehmen rollte mit Panzer über Billigplagiate

Hauptursache für die finanzielle Schieflage des Unternehmens sind die dramatischen Folgen der Corona-Pandemie, die das Unternehmen finanziell schwer getroffen haben. Hinzu kommen Umsatzeinbußen durch die hohe Inflation und die Konsumflaute. Auch Billigplagiate aus Fernost hätten Kellermann schwer zugesetzt.

Bereits 2013 hatte Firmengründer Guido Kellermann für die Fachzeitschrift Motorrad mehr als 1.900 Plagiate von einem 45 Tonnen schweren Kampfpanzer überrollen lassen. Die Aachener Firma Kellermann begründete die Aktion damit, dass man keine Mühen und Kosten scheue, um die vielen Plagiate wegen massiver Patentverletzungen weltweit zur Anzeige zu bringen.

„Die wichtigste Botschaft ist, dass unser Geschäftsbetrieb ohne Einschränkung fortgeführt wird und wir alle unsere Kunden weiterhin wie bewährt bedienen“, betont Geschäftsführer Ulrich Bos in einer Pressemitteilung der Anwaltskanzlei „AndresPartner“.