Mücke, Zecke oder Wespe: Daran erkennst du, was dich gestochen hat

Antonia Wallner
Freie Autorin

Die Sommernacht ist lau, der Grill brutzelt – doch kaum setzt man sich ins Gras, juckt es wie verrückt. War das eine Mücke? Oder doch ein anderes gemeines, stechendes Tier? Yahoo Style klärt auf, welcher Stich oder Biss zu welchem Insekt gehört und wie du danach richtig handelst.

Es ist rot und juckt wie verrückt – doch nicht immer hat eine Mücke zugestochen. (Symbolbild: Getty Images)

Juckreiz und Quaddeln: Mücke

Wenn es juckt, denken wir als erstes an Mücken. Auch deshalb, weil wir es oft bereits spüren, wenn das Insekt anfängt, Blut zu saugen. Ein kleines Kribbeln, ein Schlag mit der flachen Hand, Mücke verfehlt und kurze Zeit später juckt es wie verrückt auf der Haut. Warum eigentlich? In unserem Blut ist ein Protein, das die weiblichen Mücken für die Eiablage brauchen. Um es zu bekommen, injizieren die Insekten ein gerinnungshemmendes Eiweiß beim Stich. Unser Körper steht da gar nicht drauf und reagiert allergisch. Die Folge: Jucken.

So erkennst du einen Mückenstich: Der Stich schwillt an, die Stelle ist etwa zwischen zwei und fünf Millimeter groß. Einen Blutpunkt gibt es nicht, die Quaddeln sind weißlich bis leicht gerötet.

Bei den Mücken saugen nur die weiblichen Tiere Blut für ihre Eier. (Bild: Getty Images)

Das hilft gegen Mückenstiche: Den Stich kühlen, entweder mit Kompressen oder mit einem speziellen Gel bei Insektenstichen, das auch die Schwellung reduziert. Als direkte Maßnahme gegen den Juckreiz hilft auch ein bisschen eigener Speichel. Wer gerne Hausmittel verwendet, legt eine halbe Zwiebel, halbe Kartoffel oder ein Stück Zitrone auf die Stelle.

Das solltest du lassen: Auf gar keinen Fall kratzen! Sagt sich so leicht, das wissen wir. Aber durch Kratzen verteilst du den gerinnungshemmenden Stoff, der den Juckreiz auslöst, noch mehr auf der Haut. Statt Linderung, juckt es nur umso mehr. Hast du den Stich aufgekratzt, kannst du ihn kurzzeitig mit Pflaster abkleben, um weiteres Kratzen zu verhindern.

Münzgroß und rot: Zecke

Im Gegensatz zur weit verbreiteten Annahme sitzen Zecken nicht auf Bäumen. Sie lauern in hohen Gräsern und Sträuchern und werfen sich auf den nächsten Blutwirt, der vorbei läuft. Egal ob Tier oder eben Mensch. Das große Problem bei Zecken ist, dass sie bis zu 15 Tage auf ihrem Opfer bleiben können und dabei so gut wie gar nicht auffallen. Zecken können gefährliche Krankheiten wie Borreliose oder FSME übertragen, vor allem in den Risikogebieten.

Zecken können bis zu 15 Tage an ihrem Wirt hängen. (Bild: Getty Images)

So erkennst du einen Zeckenbiss: Der Biss oder vielmehr der Stich juckt nicht oder nur kaum. Zecken sägen sich in die Haut und saugen dann Blut mit ihrem Stechrüssel. Dabei hinterlassen sie, wenn sie ihren Wirt freigeben, eine münzgroße, rötliche Fläche, die auch nicht anschwillt.

So entfernst du eine Zecke richtig: Ein saugendes Insekt sollte so schnell wie möglich entfernt werden. Am besten benutzt du dafür eine Pinzette, die am Ende gebogen ist oder eine spezielle Zeckenzange. Dann heißt es: langsam, kontrolliert und körpernah agieren. Auf keinen Fall die Zecke mit einem Ruck entfernen, da sonst der Kopf stecken bleiben kann. Wenn du unsicher bist und die Zecke nicht selbst entfernen möchtest, kannst du dafür natürlich auch zum Arzt gehen.

Zeckenbiss – wann zum Arzt? Wenn sich die Rötung um die Bissstelle flächig ausbreitet und blasser wird, kann das ein Hinweis auf Borreliose sein. Dann besser vom Arzt checken lassen.

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Stiche mehrmals hintereinander: Wanze

Wanzen sind nachtaktiv und verstecken sich gern in Matratzen, hinter Fußleisten oder Tapeten. Während wir selig schlummern, gehen die Insekten auf Blutjagd. Am nächsten Tag ist dann der Körper mit roten Stellen übersät.

An der sogenannten Wanzenstraße erkennt man die Bisse der Insekten. (Symbolbild: Getty Images)

So erkennst du einen Wanzenbiss: Das Insekt sticht mehrmals zu, um eine möglichst große Blutausbeute zu bekommen. Eine Wanzenbiss hat einen typischen Blutpunkt in der Mitte, die Stichstellen sind nah beieinander, rund und meist feuerrot. Ein Hinweis auf Wanzen gibt auch die Bettwäsche. Denn wenn die Wanze von der Bissstelle ablässt, blutet die Wunde noch nach und tropft aufs Bett.

Das hilft bei Wanzenbefall: Bei Wanzen kommst du leider um einen professionellen Schädlingsbekämpfer nicht herum. Denn die Weibchen legen täglich mehrere Eier ab und breiten sich so in der ganzen Wohnung aus.

Kleine rötliche Punkte: Floh

Flöhe leben gern in Fugen, Teppichen oder Kleidungsnähten. Die kleinen Insekten haben starke Sprungbeine, die sie bis zu 50 Zentimeter weit tragen.

So erkennst du einen Flohbiss: Ähnlich wie bei der Wanze beißt auch der Floh mehrmals zu. Die Stellen jucken heftig und bilden kleine rötliche Punkte ohne Schwellung.

Ein Floh beißt, wie die Wanze, mehrmals zu. (Symbolbild: Getty Images)

Das hilft bei einem Flohbefall: Flöhe bekommst du in den meisten Fällen durch ein Haustier wie den Hund oder eine Freigänger-Katze. Vom Tier breiten sich die Flöhe dann in der Wohnung aus. Fürs Zuhause gibt es spezielle Mittel wie Sprays und sogenannte Floh-Fallen. Dein Tier sollte regelmäßig auf Parasiten behandelt werden, etwa mit Spot-On-Produkten oder Flohhalsbändern.

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Schmerzhafte Schwellung: Wespe

Wespen stechen nur, wenn sie sich bedroht fühlen. Etwa dann, wenn sie von einer möglichen Nahrungsquelle aggressiv verscheucht werden. Die Wespe kann ihren Stachel aus- und einfahren, weshalb sie, im Gegensatz zur Biene, mehrmals stechen kann.

Ein Wespenstich schwillt in der Regel an (Symbolbild: Getty Images)

So erkennst du einen Wespenstich: Sticht eine Wespe zu, merkst du das sofort, denn der Stich ist sehr schmerzhaft. Rund um die Wunde schwillt die Haut stark an und rötet sich.

Das hilft bei einem Wespenstich: Den Stich sofort kühlen, wie beim Mückenstich mit Kompressen und Cremes/Gelen.

Starker Juckreiz, kurze Dauer: Ameise

Auch Ameisen wehren sich nur, wenn sie einen Feind vermuten. Wenn du dich etwa aus Versehen in einen Bau setzt, gehen die Tiere zum Angriff über. Sie beißen zu und sondern dabei Ameisensäure ab – nicht etwa Urin, wie oft angenommen wird.

Ameisenbisse jucken heftig – aber nur eine halbe Stunde lang. (Symbolbild: Getty Images)

So erkennst du einen Ameisenbiss: Die Quaddeln sind weißlich bis rötlich und jucken stark. Der Reiz verschwindet allerdings bereits nach ca. einer halben Stunde. Hat dich eine Waldameise gebissen, können die Stellen auch brennen, da diese Art zusätzlich Gift versprüht.

Das hilft bei einem Ameisenbiss: Wie bei einem Mückenstich helfen hier auch kühlende Salben. Um die Wunde steril zu halten und Entzündungen vorzubeugen, kannst du allerdings auch auf ein altes Hausmittel zurückgreifen: Teile eine Zwiebel oder Knoblauchzehe in zwei Hälften und reibe die betroffene Stelle damit behutsam ein.

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