Munitionsfund am Kieferngarten - Bombenstimmung bei der Evakuierung

Von Sophie Burfeind

Am Donnerstagabend erfahren die Anwohner, dass sie am nächsten Morgen das Haus verlassen müssen.

Morgens um sieben, als viele hier noch ihre Koffer packen, läuft eine Frau mit Rollkoffer an den Absperrungen entlang und bleibt vor einem roten BMW stehen, Kennzeichen: M 112, Feuerwehr. "Sind hier Dreharbeiten?", fragt sie den Mann mit Warnweste. "Nein, das hier ist das echte Leben", antwortet er.

Was er damit meint: Hier in Freimann ist gerade eine Art Ausnahmezustand ausgerufen worden. Noch eine Stunde, dann müssen die Straßen um den Zwergackerweg geräumt sein. 100 Meter Radius, 200 Menschen, der Grund: Sprengstoff.

Eine Grube voll mit Minen und Granaten, Artillerie- und Infanteriemunition aus dem Zweiten Weltkrieg, fünf bis zehn Tonnen, fast alle mit Zünder. Vor ein paar Monaten wurde sie auf dem Grundstück der Familie Meinberger, Zwergackerweg 3, entdeckt. Bis Mai sollte all das entschärft und entsorgt sein. So war der Plan.

Bis Donnerstag: Da stellte der Sprengmeister fest, dass Chemikalien ausgelaufen waren. Phosphor zum Beispiel, der sich an der Luft selbst entzündet. Der Sprengmeister deckte die Grube mit Sand zu, den Abend über klingelten Polizisten und Feuerwehrmänner bei den Anwohnern: "Sie müssen Ihr Haus verlassen, bis morgen, 8 Uhr."

Johann Stegmüller packt ein paar Sachen zusammen – auch für seine siebenjährige Tochter. Foto: Petra Schramek

Zehn Tage dürfen die Bewohner nicht zurück in ihre Häuser

7.30 Uhr, Johann Stegmüller lädt gerade den Kofferraum seines Kombis voll, Kisten mit Dinkelkeksen, Getränken, Nudeln.
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