Museum auf Rezept: Kunst soll kranken Menschen helfen

·Lesedauer: 1 Min.

Schonen Sie sich in den kommenden Tagen und nehmen Sie ihre Tabletten, so der typische Ratschlag des Hausarztes, wenn wir uns nicht gut fühlen. In Brüssel soll es nun auch Museumsbesuche auf Rezept geben, zumindest wenn es nach der Brüsseler Stadträtin für Kultur und Tourismus geht.

Kunst als Heilmittel?

Zusammen mit einigen Krankenhäusern will Delphine Houba diejenigen ins Museum bringen, die unter Stress und Angstzuständen leiden. So ließe sich auch die von der Pandemie gebeutelte Museumslandschaft wiederbeleben.

Ja, wir sind daran gewöhnt, unsere Medizin über eine Praxis zu beziehen. Wir glauben, dass Kunst beim Heilungsprozess helfen kann. Le Clézio, der Literaturnobelpreisträger, sagte: Eines Tages werden wir bemerken, dass es keine Kunst gibt, nur Medizin. Ich glaube auch, dass Kunst gut ist für die physische und psychische Gesundheit”, so Houba.

In den nächsten drei Monaten werden fünf öffentliche Mussen an einem Pilotprojekt teilnehmen. So auch das Königliche Museum der Schönen Künste. Kunsthistorikerin Isabel Vermote hat dennoch Vorbehalte:

“Kunst ist kein Medikament. Sie ist komplexer als das. Ins Museums zu gehen, Bilder anzusehen und sich dann besser zu fühlen? Nein, das glaube ich nicht. Aber ich glaube, dass Kunst viel für das Wohlbefinden tun kann, wenn man den richtigen Rahmen schafft, so dass man sich im Museum willkommen fühlt.”

"Art & Care"

Bereits seit 2017 arbeitet Isabel mit Menschen aus dem Gesundheitssektor zusammen, um Erkrankte, darunter auch Drogensüchtige, ins Museum zu bringen, im Projekt "Art & Care".

“Zunächst müssen wir eine sichere Umgebung schaffen, um die Kunst genießen zu können. Wir sprechen nicht über unsere Erkrankungen, sondern über das Leben an sich. Das ist, was ein Museum leisten kann.”

Das nun angelaufene Projekt wird erst noch zeigen müssen, was Kunst für Patientinnen und Patienten wirklich tun kann. Für die Menschen in Brüssel und anderswo in Europa ist es aber schon jetzt eine Erinnerung, dass es nach den Monaten des Lockdowns da draußen viel zu entdecken gibt.

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.