Musical in Berlin: "Der Glöckner von Notre Dame" ist gut, weil er zeitgemäß ist

Der „Glöckner von Notre Dame“ lief schon vor Jahren in Berlin. Jetzt kommt eine überzeugende Neuinszenierung ins Theater des Westens.

Ein Musicalerfolg ist zurück in Berlin. Er hat mächtig abgespeckt und gerade dadurch an Format gewonnen. 1999 wurde zur Eröffnung des Theaters am Potsdamer Platz das Disney-Musical "Der Glöckner von Notre Dame" uraufgeführt. Es war eine High-Tech-Inszenierung, bei der Geld offenbar keine Rolle spielte und das die zugegeben imposant erzählte Geschichte vom buckligen Glöckner unter einem Berg von schwebenden Bühnenpodesten und digitalem Kulissenzauber nahezu erschlug.

Das, was nun am Sonntagabend im Theater des Westens seine Europa-Premiere feierte, hat nichts mehr mit all der hochtechnischen Augenwischerei am Hut. Diese kluge Neuinszenierung, wieder unter Federführung von Komponist Alan Menken und Texter Stephen Schwartz, ist packendes Ensemble-Theater, setzt ganz auf das Können ihrer Darsteller und auf die Kraft der Musik, die von Menken ordentlich runderneuert wurde. Songs wurden überarbeitet, neue wurden geschrieben, andere aus dem Stück entfernt.

Der neue Stückautor Peter Parnell hat die Story noch einmal total umgekrempelt. Dies ist keine Eins-zu-eins-Umsetzung des Disney-Zeichentrickfilms von 1996 mehr, sondern ein eigenständiges Drama, das versucht, dem Geist des Romans von Victor Hugo aus dem Jahre 1831 näher zu kommen. Regisseur Scott Schwartz, der Sohn des Songtexters, hat den neuen "Glöckner" vor drei Jahren in den USA auf die Bühne gebracht. Diese wunderbare Inszenierung ist nun in der deutschen Übersetzung von Michael Kunze am Theater des Westens zu erleben.

Natürlic...

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