Mutmaßlicher Drahtzieher zweier Anschläge in Kabul gefasst

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Bei dem Anschlag auf die Uni wurden 22 Menschen getötet
Bei dem Anschlag auf die Uni wurden 22 Menschen getötet

Afghanische Sicherheitskräfte nach Angaben der Regierung den mutmaßlichen Drahtzieher zweier Anschläge mit fast 50 Toten in Kabul gefasst. Der Mann namens Mohammed Adel habe den Angriff auf die Universität Kabul Anfang November sowie die Attacke auf ein Bildungszentrum in der Hauptstadt im Oktober geplant, teilte der afghanische Geheimdienst am Samstag mit. Nach Angaben von Vizepräsident Amrullah Saleh wurde Adel vom Hakkani-Netzwerk angeworben.

"Der Drahtzieher des Anschlags auf die Universität Kabul wurde festgenommen", teilte Saleh auf seiner Facebook-Seite mit. Der Verdächtige habe ausgesagt, dass er von dem mit den Taliban verbündeten Hakkani-Netzwerk Waffen erhalten habe, um die Tat auszuführen.

Drei Attentäter hatten am 2. November den Campus gestürmt und stundenlang um sich geschossen. 22 Menschen wurden bei dem Angriff getötet und 27 weitere verletzt. Die meisten der Opfer waren Studenten. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen hatte Adel früher selbst an der Hochschule studiert.

Dem Geheimdienst zufolge steckt Adel auch hinter dem Anschlag auf ein Bildungszentrum in Kabul Ende Oktober, bei dem 24 Menschen getötet worden waren.

Vizepräsident Saleh und andere ranghohe Regierungsvertreter hatten kurz nach dem Anschlag auf die Universität die radikalislamischen Taliban beschuldigt, mit denen die Regierung derzeit Friedensverhandlungen führt. Dann reklamierte aber die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) den Anschlag für sich. Das Hakkani-Netzwerk hat Verbindungen zu den Taliban und wird schon seit langem für Anschläge auf westliche Soldaten und Zivilisten verantwortlich gemacht.

bfi