Mutmaßlicher Steinewerfer vor Gericht

Ein Stein liegt auf der Autobahn 7 bei Heidenheim (Baden-Württemberg). Foto: Nur zur redaktionellen Verwendung und bei vollständiger Nennung der Quelle: Dennis Straub/Feuerwehr Heidenheim/dpa

Wegen Mordversuchs steht ein mutmaßlicher Autobahn-Steinewerfer vor dem Landgericht in Ellwangen in Baden-Württemberg.

Der 37-Jährige hat laut Staatsanwaltschaft gestanden, im vergangenen September einen zwölf Kilogramm schweren Betonpflasterstein nahe Giengen an der Brenz von einer Brücke auf die Autobahn 7 geworfen zu haben. Wenig später prallte das Auto einer Familie dagegen und überschlug sich mehrfach. Die Eltern und ihre beiden Kinder wurden schwer verletzt.

Zu einem Motiv hat sich der Angeklagte bisher nicht geäußert. Die Staatsanwaltschaft geht «vom Mordmerkmal der Heimtücke» aus. Dem Mann müsse klar gewesen sein, dass kein Mensch, der auf einer Autobahn unterwegs ist, mit einem derartigen Anschlag rechnet.

Bevor das Gericht zu einem Urteil kommt, muss es in dem bis Mitte April geplanten Prozess (Aktenzeichen TO-03/17) über die Schuldfähigkeit des Angeschuldigten befinden. Er war zuvor bereits wegen Beleidigung und Körperverletzung aufgefallen. Jedoch blieben dem Mann Strafen erspart, nachdem ihm eine psychische Erkrankung attestiert worden war.

Im aktuellen Fall war einem psychiatrischen Gutachten zufolge «die Steuerungsfähigkeit des Mannes bei der Tat erheblich vermindert», wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Dennoch geht sie davon aus, dass er schuldfähig war.

Die Familie leidet noch heute an den Folgen des Unfalls. Die Kinder - ein damals sechsjähriges Mädchen und ein vierjähriger Junge - waren aus dem Wagen geschleudert worden. Das Mädchen wurde schwer, der Junge etwas leichter verletzt. Der seinerzeit 33 Jahre alte Vater, der am Steuer saß, brach sich das Becken. Am schlimmsten traf es die 25 Jahre alte Frau: Sie erlitt unter anderem eine Schädel-Basis-Fraktur. Zudem musste ihr ein Bein unterhalb des Knies amputiert werden.

Mitteilung der Staatsanwaltschaft

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