Mutter gab Kind zur Adoption frei – ohne es dem Vater zu sagen!

Der US-Amerikaner Terry Achane arbeitete am anderen Ende des Landes, als seine Ehefrau die neugeborene Tochter zur Adoption freigab - ohne sein Wissen. Nach eineinhalb Jahren hat er sich nun das Sorgerecht für seine Tochter vor Gericht erstritten. Doch die Adoptiveltern wehren sich und wollen Berufung einlegen.

Tira Bland gab ihr Baby weg, ohne ihren Mann zu fragen. (Foto: Thinkstock)

Es war der 17. Januar 2011, als Terry Achane in Texas aufbrach, um als Armeeausbilder in Fort Jackson im Bundesstaat South Carolina zu arbeiten. Tira Bland, seine Frau, war hochschwanger. Achane freute sich darauf, bei seiner Rückkehr seine Tochter in den Armen zu halten. Er wollte sie Teleah nennen, berichtete er der Zeitung „Salt Lake Tribune”.

Doch zehn Tage nach Archanes Abreise wählte seine Frau Tira Bland die Nummer des Adoption Center of Choice. Sie fuhr nach Utah, brachte ihre Tochter zur Welt und übergab das Kind nach zwei Tagen den Adoptiveltern, Jared und Kristi Frei. Dann brach sie den Kontakt zu ihrem Ehemann ab.

Der Adoptionsagentur erzählte Bland, ihr Ehemann habe sie verlassen und zeige kein Interesse an dem Kind. Sie behauptete außerdem, sie habe Archane in Texas angerufen, aber nicht erreicht. Darüber hinaus weigerte die Frau sich, der Adoptionsagentur die Telefonnummer des Vaters zu geben.

Die Agentur informierte daraufhin die Adoptiveltern darüber, dass der leibliche Vater nichts von der Adoption wisse und sie wahrscheinlich anfechten würde, sobald er davon erführe. Die Adoptiveltern wollten das Risiko eingehen.

Achane versuchte seine Frau anzurufen, erfolglos. Er wandte sich an die Verwandten seiner Ehefrau. Sie sagten ihm, dass Tira Bland nicht mehr schwanger sei. Sie wüssten nicht, was aus dem Kind geworden sei.

Terry Achane war außer sich. Er fürchtete, dass seine Frau abgetrieben habe. So wie sie es angedroht hatte, damals im Dezember 2010, als die beiden sich immer wieder gestritten hatten. Seine Frau habe gefürchtet, alleine zwei Kinder großziehen zu müssen, sagte Achane der „Salt Lake Tribune“. Sie hatte bereits eine Tochter aus einer früheren Beziehung. Achane rief beim Arzt seiner Frau an. Aber auch hier bekam er keine Antwort.

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Im Juni 2011 meldete sich Tira Bland bei ihrem Ehemann. Sie erzählte ihm, was sie getan hatte. „Ich glaube, sie fühlte sich schuldig“, erzählt Achane in der „Salt Lake Tribune“. Er sei fassungslos gewesen. Am gleichen Tag rief er bei der Adoptionsagentur an. Doch die Mitarbeiter dort weigerten sich, ihm Informationen über seine Tochter zu geben.

Stattdessen erreichte Achane der Anruf  eines Anwalts. Dieser forderte ihn auf, der Adoption zuzustimmen. Achane weigerte sich und sagte, er wolle seine Tochter zurück. Jared und Kristi, die Adoptiveltern, trieben die Adoption dennoch weiter voran. In ihrem Antrag forderten sie, dass Achane seine Vaterrechte abgesprochen werden sollten. Er habe die leibliche Mutter während der Schwangerschaft verlassen und nie eine Beziehung zu seiner Tochter aufgebaut. Achane klagte.

Der Richter am 4th District Court in Utah fand nun deutliche Worte. Das Verhalten der Adoptionsagentur sei „absolut nicht zu entschuldigen“. Der Richter gab der Adoptivmutter 60 Tage, um Terry Achane seine Tochter zurückzugeben.

Mark Wiser, der Anwalt Achanes, sprach sogar von einem „Fall von Menschenhandel“. Es sei das eine, wie Adoptionsagenturen mit unverheirateten Vätern umgehen. „Aber es ist eine neue Stufe, wenn sie versuchen, einem verheirateten Vater sein Kind wegzunehmen.“

Jared und Kristi Frei schrieben auf ihrem Blog: „Wir sind weiter überzeugt, im Recht zu sein.“ Sie hätten immer das Beste für sie getan. Ihre Adoptivtochter, die sie Leah nennen, sei ein Geschenk Gottes. Nun wollen sie Berufung gegen das Urteil einlegen.

Terry Achane appelliert dennoch an das Gewissen der Freis. „Wenn sie das Ganze in die Länge ziehen, bleibt meine Tochter noch länger weg“, sagte er in einem Interview am Freitag. „Es gibt schon jetzt wertvolle Momente, die ich nicht zurückbekomme.“




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