Mysteriöse Hunde-Entführungen: US-Polizei hofft auf Durchbruch

Behörden nehmen Tierschutzaktivistin fest - Dutzende Hunde gestohlen und dann ins Heim gebracht

Die Fälle waren nicht selten herzzerreißend: Immer wieder verschwanden Hunde aus der ländlichen Gegend östlich der Stadt Albuquerque (US-Staat New Mexico) einfach spurlos, um die 60 sollen es nach Schätzungen der Polizei in den vergangenen paar Jahren gewesen sein. Ein Mysterium. "Es ist wirklich traurig, wenn die Leute anrufen und ihr Tier vermisst melden", sagt Mike Ring von der Tierschutzbehörde in der Stadt Edgewood. "Sie klingen aufgewühlt. Einige haben Kinder. Oft ist es der Familienliebling"

Das Bild zeigt einen von zwei Pitbulls vor einer Container-Behausung, aus der die Tiere von den Akltivisten gestohlen …Jetzt glauben die Behörden, der Lösung der rätselhaften Fälle auf der Spur zu sein. Und ihr Verdacht richtet sich gegen eine längst polizeibekannte Tierschützerin in der Gegend. Die 59 Jahre alte Debbie Swenerton soll die Hunde aus übertriebener Tierliebe gestohlen und dann in Heimen abgegeben haben, damit sie ein neues Zuhause finden - ein besseres, wie sie glaubte. Die Frau wurde den Behörden zufolge festgenommen, als sie zwei gestohlene Pitbulls aus dem Fenster ihres fahrenden Autos warf, als der Besitzer der Tiere sich an ihre Fersen haftete.

Behörden vermuten Aktivisten-Netzwerk

Mike Ring mutmaßt, Swenerton könnte Teil eines größeren Netzwerkes von Aktivisten sein, die sich um das Schicksal von Hunden auf dem Land sorgen. Barbara Tellier, Freundin der Festgenommenen und örtliche Tierschützerin, glaubt indes an eine Verschwörung der Behörden gegen Swenerton in einer Gegend, in der Missbrauch von Tieren allgegenwärtig sei und sich offizielle Stellen nicht darum scherten. "Debbie hat alle aufgescheucht", erzählt Tellier. "Sie schickt Emails an alle Welt, damit man diesen Tieren hilft, die nie ins Haus dürfen oder im Sommer nicht genug Wasser haben oder frei herumlaufen und von Autos überfahren werden. Und niemand tut etwas."

Die Behörden sind mehr als skeptisch. Seit die Festnahme der Aktivistin bekannt wurde, hätten sich zahlreiche Tierbesitzer im Landkreis Torrance gemeldet und von ihren verschwundenen Hunden berichtet. Martin Rivera vom Büro des Sheriff kennt das schon: "Die Leute kommen nach Hause und ihr Tier ist weg."

Festgenommene schon länger im Visier der Behörden

Rivera hat Swenerton schon eine Weile in Verdacht. Immer wieder habe sie die Behörden wegen angeblicher Fälle von Tiermissbrauch alarmiert. Meistens seien die Hunde wohlauf gewesen, hätten Futter, Wasser und ausreichend Schutz gehabt. "Sie glaubt wohl, wenn sie nicht drinnen sind, dann stellt das schon Missbrauch dar", sagt er.

Nicht nur, dass die Aktivistin nach Erkenntnissen der Behörden die Hunde in Heime in zahlreichen Städten brachte. Bei ihr daheim habe sie noch einmal 20 Hunde untergebracht. Als Debbie Swenerton festgenommen wurde, erzählt Rivera, sei sie sehr aufgebracht gewesen, "weil sie sich im Recht fühlte", erzählt der Polizist. "Ich glaube, sie wollte diese Tiere einfach nur retten."



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