Mysteriöser Friedhof auf ehemaligem Schulgelände gibt Rätsel auf

Es klingt wie aus einem Thriller: Gräber auf dem Gelände einer Erziehungsanstalt im US-Bundesstaat Florida hatten bereits 2008 für Schlagzeilen gesorgt, als ehemalige Schüler behaupteten, die dort begrabenen Jungen seien Opfer der Gewalttaten von Erziehern geworden. Staatliche Nachforschungen hatten zunächst keine Beweise für die Anschuldigungen ergeben. Doch neue Funde unidentifizierter Leichen bringen den Stein nun erneut ins Rollen.

Es sind schwere Vorwürfe, die die ehemaligen Schüler der Besserungsanstalt in Marianna im Bundesstaat Florida erheben. Von 1940 bis zum Ende der sechziger Jahre seien in der Erziehungsanstalt Kinder misshandelt worden und dabei sogar ums Leben gekommen, erklärten sie. Das berichtet der US-Fernsehsender CNN.

Im Jahr 2008 waren die Anschuldigungen erstmals an die Öffentlichkeit gelangt. Der ehemalige Schüler Robert Straley, der in den Sechzigern zehn Monate wegen Diebstahls in der Erziehungsanstalt verbracht hatte, hatte von schweren Misshandlungen berichtet. Angeblich sei auch auf Kinder geschossen worden, so der ehemalige Heiminsasse gegenüber CNN.

Zu Tode gekommen sei dabei aber niemand, heißt es in einem Polizeireport aus dem Jahre 2009. Die Mehrzahl der 31 Jungen, die auf dem Schulgelände begraben wurden, sei einem Feuer im Jahr 1914 zum Opfer gefallen, die übrigen Schüler seien an einer Grippeinfektion im Jahr 1918 gestorben.

Doch Straley lässt sich nicht beirren. Die ehemalige Schulleitung tue alles, um die Spuren der Misshandlungen zu verwischen. „Sie versuchten mit aller Macht, uns unglaubwürdig erscheinen zu lassen“, so Straley gegenüber CNN. Auch Ovell Smith Krell, die Schwester eines weiteren potentiellen Opfers, bestätigt Straleys Behauptungen. Krells Bruder war im Alter von zwölf Jahren in die Erziehungsanstalt gebracht worden, weil er zuvor von zu Hause fortgelaufen war. Kurz darauf erhielt die Familie die Nachricht vom Tod des Jungen. Er sei erneut ausgebüchst und habe sich in seinem Versteck mit einer tödlichen Krankheit angesteckt, so die offizielle Aussage der Schulleitung „Sie sagten uns, der Leichnam sei bereits so verwest, dass sie ihn uns nicht zeigen wollten. Also hatten sie ihn gleich auf dem Schulgelände begraben.“







Eine Forscherin macht Straley, Krell und anderen vermeintlichen Opfern der „Reform School“ und deren Angehörigen jetzt Hoffnung. Mit Hilfe von Radargeräten hatten die amerikanische Anthropologin Dr. Erin Kimmerle und ihr Team 49 weitere mysteriöse Gräber auf dem Schulgelände der ehemaligen „Florida Industrial School for Boys“ entdeckt und so die Untersuchungen erneut ins Rollen gebracht. „Wir haben Gräber innerhalb des abgegrenzten Friedhofs gefunden, aber auch Gräber, die außerhalb dieses Bereichs lagen“, berichtete Kimmerle Reportern der CNN. Außerdem hätten die Ausgrabungen einen weiteren Friedhof auf dem Gelände ausfindig gemacht. Wahrscheinlich seien hier im Zuge der Rassentrennung dunkelhäutige Schüler separat bestattet worden, vermutet die Spezialistin für Forensik.

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Mit Hilfe von Obduktionen erhofft sich Kimmerle, der Ursache für den Tod von fast 100 während der Schulzeit verstorbenen Jungen auf die Spur zu kommen. Allerdings müssen zuerst die Familienangehörigen der Kinder deren Exhumierung zustimmen.  Auch Ovell Smith Krell hofft, ihrem kleinen Bruder so endlich zu seiner letzte Ruhe verhelfen zu können. „Ich würde ihn mitnehmen und neben unseren Eltern beisetzen“, so die heute 83-Jährige. „Ich hoffe, ich habe die Chance dazu“.



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