Mysteriöse Todesfälle: Bereits sechs tote US-Touristen in der Dominikanischen Republik

Die Dominikanische Republik ist für ihre Traumstrände bekannt, wie hier in Punta Cana. (Foto: Getty Images)

Die Dominikanische Republik ist vor allem bei US-Amerikanern ein sehr beliebtes Reiseziel. Nun aber wird das Urlaubsparadies von einer Welle von mysteriösen Todesfällen unter Touristen erschüttert. Jetzt untersucht das FBI die Vorfälle.

Allein seit Juni des vergangenen Jahres kamen sechs amerikanische Touristen unter ungeklärten Umständen ums Leben. Dazu wurde die Baseball-Legende David Ortiz am vergangenen Wochenende in einem Nachtclub angeschossen und schwer verletzt. Reisende sind verunsichert, die Insel versucht sich in Schadensbegrenzung. Nachdem die Todesfälle der vergangenen Wochen bekannt wurden, hat sich nun auch das FBI eingeschaltet. Gemeinsam mit den dominikanischen Behörden sollen die möglichen Zusammenhänge zwischen den Fälle aufgeklärt werden. Dafür werden momentan toxikologische Untersuchungen durchgeführt. Allerdings kann es bis zu einem Ergebnis noch einige Woche dauern.

Schwerer Schlag für die Tourismus Branche

Der Tourismus ist eine der Haupteinnahmequellen für die Karibikinsel, er macht 17 Prozent des gesamten Wirtschaft aus. Etwa sechseinhalb Millionen Touristen besuchten die Dominikanische Republik im vergangenen Jahr, etwa ein Drittel davon kommt aus den USA. Laut Angaben des US State Departments sind seit 2016 insgesamt 48 US-Amerikaner dort durch unnatürliche Umstände ums Leben gekommen. Dazu zählen Todesfälle durch Ertrinken, Morde, Suizid und Verkehrsunfälle. Bisher hat das State Department keine akute Reisewarnung für die Dominikanische Republik herausgegeben.

Der Tourismusminister der Insel, Francisco Javier Garcia, sagte vergangene Woche in einem Statement: „In den letzten fünf Jahren haben über 30 Millionen Touristen die Dominikanische Republik besucht. Es ist jetzt das erste Mal, dass die internationalen Medien über so eine alarmierende Situation berichten,“ so Garcia weiter. „Das sind von einander unabhängige Vorfälle und die Dominikanische Republik ist ein sicheres Reiseziel.“ Ein Resultat ist allerdings, dass alle Hotels innerhalb der nächsten sechzig Tage Sicherheitskameras installieren müssen. Das Tourismusministerium versuchte, kommende Besucher mit einer längeren Nachricht via Facebook und Twitter zu beruhigen. “Unser Hauptfokus ist es jetzt, für abschließende Aufklärung für die betroffenen Familien sorgen,” heißt es dort.

Angriff auf Baseball-Legende

Ein weiterer harter Schlag für das freundliche Image der Insel passierte dann am vergangenen Wochenende. Die Attacke auf David Ortiz, der die Boston Red Sox zu drei MLB-Meisterschaften führte, ereignete sich bei einem Besuch in seiner Heimstadt Santo Domingo. Männer stürmten in den Club und eröffneten das Feuer auf Ortiz und seine Begleiter. Am Montag wurde Ortiz, von den Fans in Boston liebevoll „Big Papi“ genannt, zurück in die USA transportiert und in Boston operiert, sein Zustand gilt nun als stabil. Das Motiv für den Angriff auf Ortiz ist bisher nicht bekannt, es gab aber bereits Verhaftungen, die Verdächtigen werden verhört.

Einen Tag nach den Schüssen auf David Ortiz gab es beim Spiel der Boston Red Sox gegen die Texas Rangers eine Schweigeminute für den Ex-Red Sox Star. (AP Foto/Charles Krupa)

Chronik der Todesfälle

Während es also im Fall Ortiz vorangeht, bleibt weiter völlig unsicher, wie es zu den Todesfällen in den Resorts kam. Hier die Chronik des vergangenen Jahres:

Die 51-jährige Yvette Monique Sport starb im Juni 2018 an einem Herzinfarkt. Laut ihrer Schwester war sie nach einem Drink aus der Minibar in ihrem Zimmer im Bahia Príncipe Resort ins Bett gegangen und nicht wieder aufgewacht.

Im Juli starb David Harrison (45) im Hard Rock Hotel & Casino Punta Cana, ebenfalls an einem Herzinfarkt. Dazu wurde Flüssigkeit in seiner Lunge gefunden und ein Lungenödem festgestellt.

Im April diesen Jahres kam es dann im gleichen Hotel zu einem weiteren plötzlichen Todesfall. Der 67-jährige Robert Wallace, der dort eine Hochzeit besuchte, wurde nach einem Getränk aus der Minibar krank und starb wenig später.

Die 41-jährige Miranda Schaup-Werner feierte Ende Mai ihr zehnjähriges Hochzeitsjubiläum Luxury Bahia Príncipe Bouganville. Nach weniger als 24 Stunden in dem Luxus Resort verstarb auch sie an einem Herzinfarkt.

Nur wenige Tage später wurden Nathaniel Edward Holmes (63) und seine 49-jährige Verlobte Cynthia Ann Day aus Maryland tot in ihrem Zimmer aufgefunden. Todesursache: Atemversagen und Lungenödeme. Laut Fachleuten könnten all die Symptome auf Vergiftung hindeuten. Die offiziellen toxikologischen Berichte sind bisher allerdings nicht veröffentlicht worden, bis die Ergebnisse der FBI-Untersuchung feststehen, bleibt es also spekulativ, ob es einen Zusammenhang zwischen den Todesfällen gibt.

Allerdings kamen jetzt Berichte von anderen Touristen zum Vorschein, die ebenfalls mit heftigen gesundheitlichen Beschwerden zu kämpfen hatten. Im Januar 2018 übernachteten Doug Hand (40) und seine zwei Jahre jüngere Frau Susie Lauterborn im Grand Bahia Príncipe La Romana als sie plötzlich von Fieber, Übelkeit, Durchfall und Schüttelfrost heimgesucht wurden. In einem Interview sagte Hand, dass er auf der Reise keinen Alkohol konsumiert habe, aber einen feuchten, schimmeligen Geruch wahrnahm, als wäre die Klimaanlage nicht gesäubert worden.

Im gleichen Resort verbrachten auch Kaylynn Knull (29) und Tom Schwander (33) ihren Urlaub im Sommer 2018. Das Paar verklagte den Besitzer der Kette, nachdem beide dort heftig erkrankt waren. Knull hatte mit heftigen Kopfschmerzen zu kämpfen und begann, unkontrollierten Speichelfluss und verschwimmende Sicht zu haben. Der Hausarzt der beiden schloss auf eine Vergiftung durch Organophosphate, eine Art Pestizid gegen Insekten. Ob dies möglicherweise ebenfalls die Ursache für die sechs mysteriösen Todesfälle sein könnte, bleibt abzuwarten.