Nagelsmann sauer nach Gala: "Haben es nicht verdient"

Hoffenheims Mark Uth (li.) traf gegen Leipzig zweimal und darf nun von der Champions League träumen

TSG 1899 Hoffenheim hat Vizemeister RB Leipzig im Verfolgerduell der Europapokal-Anwärter gedemütigt und darf weiter von der erstmaligen Teilnahme an der Champions League träumen. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

Am 31. Spieltag der Fußball-Bundesliga siegte die TSG beim direkten Konkurrenten mit 5:2 (3:0) und verkürzte den Abstand auf den vierten Rang, der zur Teilnahme an der Königsklasse berechtigt. (Die Tabelle der Bundesliga)

Die Highlights des 31. Spieltags bei SPORT1 am Sonntag, ab 9.30 Uhr, in "Bundesliga Pur"

Uth überragt, Forsberg sieht Rot

Die formschwachen Leipziger, deren erste Europapokal-Saison zuletzt im Viertelfinale der Europa League endete und die schon das Hinspiel 0:4 verloren hatten, müssen nach der herben Pleite ihrerseits um den neuerlichen Champions-League-Einzug bangen. (Ergebnisse und Spielplan Bundesliga)


Torwart Peter Gulacsi hakte die Königsklasse bereits ab "Darüber brauchen wir jetzt nicht mehr zu reden", sagte er bei Sky.

Mark Uth (14.) brachte Hoffenheim nach einem groben Schnitzer von RB-Schlussmann Peter Gulacsi in Führung.


Dem Ungarn war der Ball nach einem Schuss von Nico Schulz aus der Hand gerutscht. Serge Gnabry (35.) und Pavel Kaderabek (45.) sorgten früh für die Vorentscheidung.

Nach der Pause erhöhten erneut Uth (60.) und Lukas Rupp (64.). Naby Keita (59.) und Dayot Upamecano (88.) trafen für RB, das nach der Roten Karte für Spielmacher Emil Forsberg (47./Tätlichkeit) das Spiel in Unterzahl beendete.

Entsetzen in Leipzig

Die Offensivkraft und Spielstärke beider Mannschaften hatte die 41.780 Zuschauer in der RB-Arena auf ein Spektakel hoffen lassen. Sie wurden nicht enttäuscht, der Spielverlauf sorgte jedoch für Entsetzen statt Begeisterung.

Alles zum 31. Spieltag in der Bundesliga am Sonntag ab 11 Uhr im CHECK24 Doppelpass auf SPORT1 mit den Gästen Jörg Schmadtke und Arnd Zeigler

In den Anfangsminuten hatte sich dies noch nicht abgezeichnet. Die von Coach Julian Nagelsmann offensiv eingestellten Hoffenheimer traten nach den Erfolgen der vergangenen Wochen zwar äußerst selbstbewusst auf, bemühten sich um Spielkontrolle und kombinierten gefällig durch das Mittelfeld.

Spätestens am Leipziger Strafraum wurden die Angriffe aber zunächst unterbunden.

Mit der ersten Leipziger Halbchance durch Klostermann (11.) nahm das Spiel Fahrt auf. RB fand erste Lücken, musste dann aber umgehend einen Rückschlag einstecken. Der Gegentreffer zeigte aber kaum Wirkung.

Leipzig suchte den Weg nach vorne, allen voran Forsberg überzeugte mit klugen Pässen. Mehrfach stellte RB den mitunter unsicher wirkenden TSG-Torhüter Oliver Baumann vor Probleme. (Der Tabellenrechner der Bundesliga)


Leipzig kontrollierte das Spiel, schadete sich aber immer wieder durch individuelle Fehler.

Vor dem zweiten Gegentreffer vertändelte Kapitän Willi Orban den Ball, Schiedsrichter Tobias Welz (Wiesbaden) entschied auch nach Videobeweis nicht auf Foul.

Nagelsmann schimpft über "Sommerkick"

Eine Leipziger Reaktion blieb dieses Mal aus, RB wirkte verunsichert und wurde nach dem dritten Treffer mit Pfiffen in die Pause verabschiedet. 

Obwohl Hoffenheim mit einer komfortablen Führung in die Kabinen ging, war Trainer Julian Nagelsmann nicht zufrieden. "Das war ein lauer Sommerkick meiner Mannschaft, das hat mir nicht gefallen", sagte er nach der Partie bei Sky. "Zur Halbzeit führen wir, obwohl wir es nicht verdient haben."

Leipzig hatte derweil nicht die Mittel für eine Aufholjagd. Spätestens nach Forsbergs Platzverweis, der im Laufduell mit Florian Grillitsch ausgeholt und diesen mit der Hand im Gesicht getroffen hatte, war die Partie entschieden.

Am Ende ging es für RB nur noch um Schadenbegrenzung. 1899 spielte dagegen befreit auf und hätte sogar höher gewinnen können.

Das Restprogramm im Kampf um Europa

RB LEIPZIG
(A) FSV Mainz 05
(H) VFL Wolfsburg
(A) Hertha BSC

1899 HOFFENHEIM
(H) Hannover 96
(A) VfB Stuttgart
(H) Borussia Dortmund

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