Nächtliche Ausgangssperre nach gewaltsamen Protesten in Guadeloupe

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Straßenblockade in Guadeloupe (AFP/Carla BERNHARDT)

Nach den teils gewaltsamen Protesten gegen die Corona-Maßnahmen in Guadeloupe hat die französische Regierung eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Der Präfekt des französischen Überseegebiets, Alexandre Rochatte, kündigte die Maßnahme am Freitag an. Bis zum kommenden Dienstag dürfen die Bürger demnach ihre Häuser zwischen 18.00 Uhr und 05.00 Uhr nicht verlassen.

Rochatte begründete die Maßnahme mit den jüngsten Ausschreitungen und Fällen von Vandalismus. Einige Demonstranten hatten demnach öffentliches Eigentum in Brand gesetzt, Straßenblockaden errichtet und die Sicherheitskräfte mit Steinen beworfen. Innenminister Gérald Darmanin verurteilte am Freitag die "Gewaltakte" in dem französischen Überseegebiet in der Karibik. Paris entsandte 200 zusätzliche Sicherheitskräfte.

Allein am Freitag räumte die Polizei den Angaben zufolge rund 50 Straßenblockaden. Mindestens vier Einsatzkräfte seien verletzt worden. Die Polizei meldete zudem die Plünderung mehrerer Geschäfte, darunter fünf Juweliere, in Pointe-à-Pitre. Der Verkauf von Benzin in Kanistern wurde vorläufig verboten.

Mehrere Tage lang hatten Demonstranten die Zugangsstraßen zur Uniklinik von Guadeloupe gesperrt. Lediglich Krankenwagen wurden durchgelassen. Seit der Einführung der Impfpflicht für Pflegepersonal ist die Belegschaft des Krankenhauses reduziert. In der Chirurgie arbeiteten derzeit nur etwa halb so viele Beschäftigte wie sonst, sagte Anne-Gaëlle Pascale, eine Krankenhaus-Mitarbeiterin. Laut der Krankenhaus-Leitung haben 87 Prozent des Personals einen Gesundheitspass. Allerdings seien einige Mitarbeiter wegen gefälschter Pässe vom Dienst suspendiert.

Nach Ansicht des Regionalpräsidenten von Guadeloupe, Ary Chalus, haben die aktuellen Unruhen nicht ausschließlich mit Protesten gegen den Gesundheitspass und der Impfpflicht zu tun. Für Unmut sorgen demnach auch die finanziellen Einbrüche infolge der Pandemie.

gap/isd

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