Nabu-Schnitzeljagd-App: Digitaler Spatz leitet durch den Grüngürtel

„Friedl fragt“ soll junge Nutzer für die Natur begeistern.

Fangesänge und Torjubel sind nicht die einzigen Geräusche, die regelmäßig am Rhein-Energie-Stadion in Müngersdorf zu hören sind. Bereits wenige hundert Meter vom Sportpark entfernt ist bereits das Trällern von Spatzen oder das Rauschen der Bäume im Wind zu vernehmen.

Die stadtnahe Natur des Äußeren Grüngürtels hat die Naturschutzstation Leverkusen-Köln des Naturschutzbundes (Nabu) jetzt in eine zeitgemäße und altersgerechte Form verpackt, um sie Kindern und Jugendlichen näherzubringen – in einer App.

Spatz Friedl führt die jungen Kölner durch die Natur

Die kostenlosen App „Friedl fragt“ führt der gleichnamige Spatzenvogel die Nutzer mit bislang acht Routen auf eine „mobile Schnitzeljagd“ durch die Abschnitte des Äußeren Grüngürtels rund um Köln. „Wir haben mit einem Team aus zehn Leuten an dem Angebot gearbeitet“, sagt Projektleiterin Hanna Brüggemann.

„Grundidee war die Überlegung, wie man die Faszination vieler Kinder und Jugendlicher für Smartphones mit dem Interesse an der Natur verbinden kann.“ Die Lösung war, beides zu kombinieren, so ist „Friedl“ entstanden.

Kürzlich hat das Nabu-Team nun getestet, wie das Endprodukt ankommt. Die „Aktive Schule Köln“ in Vogelsang hat eine ihrer Klassen zum Stadion geschickt, um die App auf der Route rund um den Adenauer-Weiher auszuprobieren. „Mir gefällt, dass die Friedl-App gut bedienbar und professionell gemacht ist“, sagt der 16-jährige Luca Petit.

Spaß haben und lernen gleichzeitig

Seine zwei Jahre jüngere Schwester Charly ist auch bei dem etwa zwei Kilometer langen Rundgang dabei. „Es macht Spaß und man kann viel Neues lernen“, sagt sie. Das bestätigt auch Lukas Höfer: „Ich habe mir bisher kaum Gedanken darüber gemacht, welche Baumart so neben mir wächst, jetzt kann ich das ganz einfach herausfinden.“

„Die Schwierigkeit bei der Entwicklung bestand vor allem darin, dass die Fragen nicht zu leicht für ältere, aber auch nicht zu schwer für junge Nutzer sein durften, um die Motivation zu erhalten“, erläutert Naturpädagogin Martina Schultze, die den Nabu beraten hat. So ist die Möglichkeit eingebaut worden, für die Routen zwischen den Schwierigkeitsgraden „Kind“ und „Erwachsener“ zu wählen. Brüggemann: „Neben Multiple-Choice-Fragen, Fehler-Suchspielen oder dem Zusammenfügen passender Bildpaare, geht es auch um die Zuordnung akustischer Elemente – zum Beispiel der Gesang heimischer Vogelarten.“

Aufwendig gestaltete App

Eine Web-Designerin hat die App-Oberfläche und die auf dem Handy angezeigten Karten eigens aufwendig gestaltet. Technisch in Form gebracht hat „Friedl fragt“ der Software-Entwickler Wolfram Rittmeyer. „Die Applikation ist so programmiert, dass man die Inhalte einmal herunterlädt und dann alle Inhalte offline zur Verfügung stehen“, sagt er, „die App ist so auch ohne Netzempfang nutzbar.“

Um auch erfinderische Stubenhocker auszutricksen, hat er eine weitere Besonderheit eingebaut: „Friedl startet die jeweilige Tour erst, wenn man über GPS-Daten in die Nähe des Startpunktes kommt – man kann das Programm also nicht von zu Hause aus starten“, erläutert Rittmeyer. Hier setzt allerdings einer der wenigen Kritikpunkte der Probanden an: „Ich hätte mir gewünscht, dass man interessante Ort oder sogar eigene Routen hinzufügen kann“, sagt Schüler Luca Petit.

Dass diese Funktion noch hinzugefügt wir, ist für Rittmeyer technisch keineswegs ausgeschlossen. „Mal sehen, wie viele Menschen sich die Friedl-App besorgen“, sagt Projektleiterin Hanna Brüggemann. „Zum Start freuen wir uns jetzt erstmal über die acht Routen, da steckt eine Menge Erkundbares und viel Arbeit drin.“

Die Nabu-Applikation „Friedl fragt“

Die Nabu-Applikation „Friedl fragt“ ist kostenfrei zum Herunterladen im „Google Playstore“ für Android-Mobiltelefone erhältlich. Spielerisch beantworten Nutzer Fragen des Spatzen Friedl, der dafür Belohnungen in Form von Beeren verteilt. Persönliche Erfolge können über Bestenlisten im Internet verglichen werden.

Das Projekt wurde über drei Jahre entwickelt und ist vollständig vom Landschaftsverband Rheinland finanziert worden. (ihi)

Hier geht es zur Nabu-Seite: www.nabu-station-l-k.de....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta

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