Nach 72 Jahren: Ring-Fund in der Kanalisation

Ein 90-jähriger Amerikaner staunte nicht schlecht, als ein fremder Mann an seiner Haustür klingelte und ihm einen Ring überreichte. Denn er hatte das Schmuckstück, das ihm im Jahr 1938 zum High-School-Abschluss überreicht wurde, vor 72 Jahren verloren. Ein Stadtarbeiter entdeckte den Ring in der Kanalisation und machte danach seinen Besitzer ausfindig.

Wie es in den Vereinigten Staaten und Kanada Brauch ist, erhielt Jesse Taylor Mattos im Alter von 18 Jahren zum High-School-Abschluss einen sogenannten „Class Ring“ – ein Fingerring, auf dem seine Initialen, die seiner Schule und das Abschlussjahr eingraviert waren. Kurz darauf verlor er das gute Stück schon wieder. Wie das geschah, daran kann sich der heute 90-Jährige nicht mehr erinnern. Fest steht: Das Malheur passierte im Jahr 1938 in seiner Heimatstadt Dunsmuir im Norden Kaliforniens. „Ich wusste, dass ich ihn verloren hatte, aber ich habe nie wirklich darüber nachgedacht“, sagte Mattos gegenüber „ABCNews.com“. Umso erstaunter war er, als ein fremder Mann an seiner Tür in seiner neuen Heimat Vallejo klingelte und ihm den verlorenen Ring überreichte.

Tony Congi, Stadtarbeiter in Mattos‘ Heimatort, hat das Stück bei Routinewartungen an den Abwasserleitungen von Dunsmuir zufällig entdeckt. Der Ring lag auf einem Eimer voll Schutt. Nachdem Congi ihn gereinigt hatte, stellte er fest, dass auf der Innenseite die Worte „Class of 1938“ und die Initialen „J.T.M.“ eingraviert waren. Daraufhin stattete Congi der lokalen High School einen Besuch ab. Ein Blick ins Jahrbuch der Schule und Mattos war als Besitzer identifiziert. „Es war so einfach, ihn zu finden“, sagte er gegenüber „ABCNews.com“. Mattos sei der einzige mit den Initialen J.T.M. gewesen.

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Congi kontaktierte daraufhin einen Mann aus seiner Nachbarschaft, der im selben Jahrgang wie Mattos war – und bekam von ihm die aktuelle Telefonnummer und Anschrift des Mannes. Danach fuhr er nach Vallejo, dem Ort, an dem Mattos seit 1940 lebt, und überreichte ihm den „Class Ring“. Der 90-Jährige freute sich riesig über die späte Rückkehr seines „Schatzes“. „Das war ein teurer Ring“, sagte Mattos „ABCNews.com“. „Er hat 29 Dollar gekostet – damals war das viel!“

Als wäre der späte Zufallsfund nicht schon unglaublich genug, stellten die beiden Männer nach der Übergabe fest, dass sie noch mehr verbindet. Congi wuchs im Haus neben Mattos' Schwester auf - die wiederum war dessen Babysitterin. Aus derselben Berufssparte - beide haben als Metzger gearbeitet - kommen sie auch noch. Wenn das nicht der Beginn einer wunderschönen Freundschaft ist.

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