Nachhaltigkeit: Neue Möglichkeit zum Umgang mit Plastikmüll

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Durchschnittlich wirft jeder von uns in seinem Leben zwei Tonnen Plastik weg. In einer Studie wurde nun eine neue Möglichkeit zum Umgang mit Plastikmüll aufgezeigt.

riesige Müllberge mit Plastikmüll
Weltweit wird nach wie vor zu viel Plastik produziert und weggeworfen, eine effizientere und einfachere Recyclingsmethode von Kunststoff könnte einige Probleme lösen. (Bild: Getty Images)

Wissenschaftler in der Schweiz schlagen ein Konzept für einen neuen Ansatz zum Recyceln von Kunststoff vor. Hier dient die Natur als Vorbild, in der Bestandteile organischer Polymere in unserer Umwelt „recycelt“ werden. Proteine in organischen Polymeren werden ständig in ihre Bestandteile zerlegt und wieder zu anderen Proteinen zusammengesetzt. 

Änderung ab 2022: So sieht das neue Pfandsystem aus!

Forscher der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (ETHL) sind davon überzeugt, dass dieser Ansatz auch bei Kunststoffen angewendet werden könnte. Der Forscher Simone Gavieri schreibt: „Ein Protein muss man sich vorstellen wie eine Perlenkette, an der jede Perle eine Aminosäure darstellt. Jede Perle hat eine andere Farbe, und die Farbreihenfolge bestimmt die Struktur der Kette und damit ihre Eigenschaften.“ „In der Natur zerfallen Proteinketten in die einzelnen Aminosäuren, und die Zellen fügen diese Aminosäuren wieder zu neuen Proteinen zusammen. Sie bilden also neue Perlenketten mit einer anderen Farbfolge.“

Professor Francesco Stellacci von der ETHL sagt: „Wir haben Proteine selektiert und sie in Aminosäuren zerlegt. Dann haben wir die Aminosäuren in ein zellfreies biologisches System gegeben, das die Aminosäuren wieder zu neuen Proteinen mit völlig anderen Strukturen und Anwendungen zusammengesetzt hat.“ Giaveri und Stellacci gelang es, Seide in ein Protein umzuwandeln, das in der Biomedizintechnik verwendet wird.

Dazu Stellacci: „Wenn man auf diese Weise Proteine zerlegt und zusammenbaut, ist es wichtig, dass die Beschaffenheit der produzierten Proteine genau die gleiche ist wie die eines neu synthetisierten Proteins. Man erschafft also wahrhaftig etwas Neues.“Laut Stellacci wird es noch einige Zeit dauern, bis man eine Methode für das Recycling von Kunststoffen auf diese Weise entwickelt hat. Und fügt hinzu: „Das erfordert ein völliges Umdenken. Polymere sind Perlenketten, aber synthetische Polymere bestehen meist aus Perlen derselben Farbe, und wenn die Farbe anders ist, spielt die Reihenfolge der Farben kaum eine Rolle.“ „Hinzu kommt, dass wir keine effiziente Möglichkeit haben, um synthetische Polymere aus verschiedenfarbigen Perlen so zusammenzusetzen, dass ihre Reihenfolge kontrolliert werden kann.“

Forschungen in diesem Jahr haben ergeben, dass Tausende von Flüssen, auch kleinere, die Ursache für den größten Teil der weltweiten Plastikverschmutzung sind. Bisher waren Wissenschaftler der Meinung, dass 10 große Flüsse, wie beispielsweise der Jangtse in China, für den Großteil der Plastikverschmutzung verantwortlich sind. Fakt ist aber, dass 1 000 Flüsse – nur 1 % aller Flüsse weltweit – den größten Teil des Plastiks ins Meer tragen.

Laut den Wissenschaftlern haben Forschungen ergeben, dass Gebiete wie tropische Inseln wahrscheinlich zu den schlimmsten Verschmutzern gehören. Eine Studie der gemeinnützigen Organisation The Ocean Cleanup, die sich auf Messungen und Modellrechnungen stützt, zeigt ebenfalls auf, dass 1 000 Flüsse weltweit für 80 % der Plastikemissionen verantwortlich sind.

Im Video: Glas-Recycling: Soll man den Deckel beim Altglas abschrauben oder nicht?

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