Corona-Fälle beim FC Bayern: Nagelsmann wehrt sich gegen Reise-Vorwurf

·Lesedauer: 2 Min.

Zahlreiche Corona-Fälle bereiten dem FC Bayern Probleme. Das ist auch auf positive Coronatests im Urlaub zurückzuführen. Doch auf eine explizite Reisewarnung hatten die Verantwortlichen verzichtet.

Nagelsmann wehrt sich gegen Reise-Vorwurf
Nagelsmann wehrt sich gegen Reise-Vorwurf

Die zahlreichen Corona-Fälle beim FC Bayern gefährden den Rückrundenauftakt gegen Borussia Mönchengladbach.

Gleich neun positive Fälle in dieser Woche - und nicht wenige davon hatten sich im Urlaub infiziert. So sitzen Manuel Neuer und Lucas Hernández auf den Malediven fest, während Kingsley Coman aktuell in Dubai verweilen muss.

In diesen Zeiten in den Urlaub zu fahren, ist immer mit erhöhtem Risiko verbunden – die Verantwortlichen des Klubs trugen aber auch wenig dazu bei, um die Reisen zu unterbinden.

So kann SPORT1 die Bild-Informationen bestätigen, dass es keine explizite Reisewarnung von den Bayern-Verantwortlichen für die Spieler gegeben hatte.

„Ich will nicht sagen, dass ich bei dem Thema aggressiv werde...“

Haben die Bayern demnach geschludert? Auf dieses Thema angesprochen, ging Trainer Julian Nagelsmann auf der Pressekonferenz vor dem Rückrundenstart aus dem Sattel.

„Ich will nicht sagen, dass ich bei dem Thema aggressiv werde, aber ein bisschen kribbelt es schon in mir. Es geht damit los, dass ich kein Kindergärtner oder Erzieher bin, sondern Fußballtrainer“, grantelte er.

Nagelsmann: „Wir haben Spieler, die in einem mündigen Alter sind und eine gewisse Eigenverantwortung haben. Wir haben dieselben Empfehlungen, Verhaltensweisen und Regularien mit ihnen besprochen, wie wir es schon in den beiden letzten Jahren getan haben.

Für den FCB-Coach war es kein Thema, den Profis ihre Urlaubsreise zu verwehren, „Es gibt nicht die Option, wenn sie nicht per Gesetz so geregelt wäre, dass ein Spieler nicht in den Urlaub fahren darf. Es gibt einen ganz wichtigen Faktor im Profisport, die so genannte psychische Erholung“, sagte Nagelsmann.

Die „psychische Erholung“ sei dabei besonders wichtig, vor allem rund um die Weihnachtstage. „Wenn ich zum Beispiel Upamecano nehme, der in den Senegal fliegt, um seine Familie zu sehen, dann müsste ich auch meinem Kumpel, dessen Mutter in Dasing wohnt, auch verbieten, dahin zu fahren.“

Bayern verschärft Test- und Hygienemaßnahmen

Auch den Malediven-Trip von Manuel Neuer und Lucas Hernández, die sich im Urlaub infizierten und derzeit auf dem Inselstaat ihre Isolation abreißen, verteidigte Nagelsmann.

Dem Ernst der Lage waren sich die Bayern-Bosse schon länger bewusst, denn sie kündigten noch Ende Dezember an, die Test- und Hygienemaßnahmen zu verschärften.

In enger Abstimmung mit dem Münchner Gesundheitsamt werde mit Trainingsbeginn „deutlich engmaschiger getestet“ und „alle Hygienemaßnahmen intensiviert“. Dabei gehe es unter anderem um das Einhalten von Abstandsregeln, das Tragen von Masken und die Kontaktreduzierung rund um Trainingseinheiten und Spiele.

Die Kontaktreduzierung rund um Spiele könnte vorerst kein Problem sein, falls die Partien der Münchner erst einmal abgesagt werden müssen. Passiert dies nicht, bastelt die Bayern parallel aber an einem „Notfall-Plan“ mit Campus-Spielern.

Video: Bayern gegen Gladbach: Das Duell der Angstgegner

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.