Nahles pocht auf Rückkehrrecht in Vollzeit noch vor der Bundestagswahl

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) will das Recht auf Rückkehr in Vollzeitarbeit ungeachtet des Widerstands der Union noch vor der Bundestagswahl durchsetzen. In Deutschland gebe es 750.000 Frauen, die wieder mehr arbeiten wollten, sagte Nahles auf der zentralen Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) zum 1. Mai am Montag in Gelsenkirchen. "Noch in dieser Legislaturperiode brauchen wir das Rückkehrrecht."

Wenn diese Gesetzesänderung jetzt nicht komme, "kommt es in der nächsten Legislaturperiode mit Martin Schulz als Kanzler", fügte Nahles mit Blick auf den SPD-Vorsitzenden und Kanzlerkandidaten hinzu. Über das von Nahles geplante Rückkehrrecht gibt es in der großen Koalition bislang keine Einigung mit der Union. Die SPD wirft dem Koalitionspartner Blockade vor.

Nahles forderte zudem einen "Pakt für anständige Löhne". Damit müsse die Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen wieder gestärkt werden. Für Jugendliche müsse ein Recht auf Ausbildung geschaffen werden, damit jeder eine Stelle bekommt.

Schließlich forderte die Arbeitsministerin das Aus für die sachgrundlose Befristung von Arbeitsverträgen. Dies werde oft nur gemacht, um die Probezeit zu verlängern. "Das braucht kein Mensch, das müssen wir abschaffen."

Außerdem plädierte Nahles für eine Reform des Betriebsverfassungsgesetzes. Es stamme in seiner jetzigen Form aus den 70er Jahren und müsse an die aktuellen Gegebenheiten angepasst werden.

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