Nahles von schlechten SPD-Umfragewerten "nicht besonders überrascht"

Die designierte SPD-Vorsitzende Andrea Nahles macht ihre politische Zukunft nicht von einer Zustimmung der SPD-Basis zur großen Koalition abhängig. Sie verbinde ihr persönliches Schicksal "ausdrücklich nicht mit dem Ausgang des Mitgliederentscheids

Die designierte SPD-Vorsitzende Andrea Nahles ist von den schlechten Umfragewerten ihrer Partei "nicht besonders überrascht". "Woher sollten bessere Werte denn kommen - bei unserer Performance", sagte Nahles dem "Stern" laut Vorabmeldung vom Mittwoch. "Aus dem Tal kommen wir aber raus."

In Umfragen der vergangenen Tage kamen die Sozialdemokraten mehrfach nur auf etwa 16 Prozent. In einer Erhebung war die SPD sogar nur drittstärkste Partei hinter der AfD.

Die SPD-Fraktionsvorsitzende bezeichnete es dennoch als "gar nicht so verwegen", dass die SPD bei der nächsten Bundestagswahl auf 30 Prozent kommen wolle. Dazu brauche die SPD "einen visionären Anspruch und eine kluge Alltagspolitik". Derzeit gleiche die Partei aber einer "Mischung aus gelegentlicher Verzagtheit und mutigem Zukunftsoptimismus".

Nahles räumte ein, dass viele SPD-Politiker im Moment wirkten wie "eine Ansammlung von extrem routinierten und professionellen Regierungspolitikmachern". Die Menschen müssten sich künftig wieder im positiven Sinn an der SPD reiben und sich "emotional bei uns zu Hause fühlen" können.