Nationalmannschaft: Aus Neukölln ins Weltmeisterteam

Ein Berliner Kommissar brachte den heutigen Nationalspieler Antonio Rüdiger auf die richtige Spur. Als Jugendlicher war er oft sehr undiszipliniert.

Berlin.  Es geht um eine Cola. Oder einen Döner. Und darum, welche Siedlung besser ist. Dieselstraße oder Aronsstraße. Sahr Senesie gehört auf dem Bolzplatz nah der Sonnenallee zum Team der Dieselstraße, wo seine Familie wohnt. Ein kleiner Junge, vielleicht sechs, ist auch regelmäßig da. Die Älteren lassen ihn nicht immer mitmachen. Also plant er ein Team mit Gleichaltrigen zusammenzustellen.

Mit 19 schon einen Stammplatz in Stuttgart

"Mit denen wollte er gegen uns gewinnen", sagt Sahr Senesie und lacht. Der kleine Junge ist sein Halbbruder Antonio Rüdiger, inzwischen 24 Jahre alt. Gegen England (1:0) gab der Verteidiger sein Comeback im DFB-Team nach dem Kreuzbandriss. Am heutigen Sonntag in der WM-Qualifikation in Aserbaidschan wird der ­Berliner wohl ebenfalls spielen.

Rüdiger hat sich von mancher Bolzplatz-Abfuhr nicht beirren lassen, ungezählte Stunden kickte er dort. "Auf solch einem Gummiplatz hilft dir keiner. Da gibt es keinen Schiedsrichter, da musst du dich durchsetzen. Das habe ich früh gelernt, das hat mich geprägt, da bin ich stolz drauf", sagte er. "Antonio hat nie etwas geschenkt bekommen. Das hat ihn abgehärtet", sagt Senesie. Mit 19 Stammplatz beim VfB Stuttgart, erstes Länderspiel anderthalb Jahre später im Mai 2014 gegen Polen. 2015 der mutige Schritt zum AS Rom, 2016 bis zur Verletzung gute Startelf-Aussichten für die EM – Rüdigers Weg der vergangenen Jahre ist bekannt. Aber wo liegen seine Wurzeln? In Berlin, aufgewachsen ist er in ­Neukölln. Eine Spurensuche.

Sozial...

Lesen Sie hier weiter!

Mit Yahoo Nutzung stimmen Sie zu, dass Yahoo und Partner Cookies für Personalisierungs- und andere Zwecke nutzen