Nato-Beitritt von Finnland und Schweden: Zwei Neue für die Nato

Finnland hat sich für die Nato entschieden, Schweden dürfte schnell nachziehen. Im Bündnis ist die Zustimmung groß. Aber was bringt der Schritt? Die wichtigsten Antworten

Der finnische Präsident Sauli Niinistö und die Ministerpräsidentin Sanna Marin haben sich für den "unverzüglichen" Beitritt ihres Landes zur Nato ausgesprochen. Auch Schwedens Regierung will nach Jahrzehnten der Neutralität diesen Schritt gehen, beide Regierungen hatten sich zuletzt eng abgestimmt. Es wird erwartet, dass die nordischen Staaten am Wochenende oder kurz danach die Aufnahme in das Verteidigungsbündnis beantragen werden. Diesem Wunsch wird die Nato entsprechen, ihre Zustimmung haben die wichtigsten Mitglieder bereits signalisiert. Was bedeutet das für die Nordatlantische Allianz und was für die Neuen? Und wie reagiert Russland? Die wichtigsten Fragen zur kommenden Nato-Erweiterung:

Was bringt die Aufnahme Finnlands der Nato?

Auf den ersten Blick sehen Finnlands Streitkräfte wenig beeindruckend aus: 28.000 Frauen und Männer sind dort aktiv. Die Truppe kann im Konfliktfall aber rasch auf 280.000 Soldatinnen und Soldaten aufgestockt werden, denn das Land verfügt über gut 870.000 Reservisten. Bei 5,5 Millionen Einwohnern ist das ein enormes Mobilisierungspotenzial. Viele Finnen haben bereits militärisches Training als Wehrpflichtige oder Reservisten erhalten: "21.000 Wehrpflichtige schleusen die finnischen Streitkräfte jedes Jahr durch ihre Ausbildungseinrichtungen", schreibt der Militärexperte Thomas Wiegold in seinem Fach-Blog Augengeradeaus. "Hinzu kommen 18.000 Reservisten, die im Rhythmus von drei bis fünf Jahren ihr Training auffrischen."

Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine hat die finnische Regierung zudem angekündigt, ihre Streitkräfte noch vergrößern zu wollen. Seit der russischen Annexion der Krim 2014 und der De-facto-Besetzung von Gebieten im Donbass durch angebliche Separatisten hat Finnland bereits seine Verteidigungsausgaben erhöht und aufgerüstet. Das Land ist ohnehin deutlich besser als die meisten Nato-Staaten auf Konflikte vorbereitet. So verfügen größere Gebäude über Luftschutzbunker und die Regierung unterhält große Lager mit Medikamenten und Grundnahrungsmitteln für den Katastrophenfall. Und die Finnen haben Fähigkeiten, die in der Nato durchaus gebraucht werden: Sie sind bekannt für ihre ausgezeichnete Vorbereitung in der Winterkriegsführung. Die Ausstattung ist ebenfalls bestens, etwa verfügt das sehr viel kleinere Heer mit 200 Leopard 2 über fast genauso viele Kampfpanzer wie die Bundeswehr. Zudem ist das kleine Land stark aufgestellt bei Artillerie und in der Cyberkriegführung.

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