Nato hält trotz Coronavirus an Manövern und Übungen fest

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg im AFP-Interview

Trotz der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus hält die Nato an geplanten Übungen und Manövern fest. Das Bündnis beobachte die Lage und werde die Entwicklung fortlaufend bewerten, weil sie "möglicherweise Konsequenzen für die Nato hat", sagte Generalsekretär Jens Stoltenberg am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP in Zagreb. Derzeit gebe es aber "keine Absage von Übungen".

Die Allianz habe jedoch die Zahl der Besucher im Nato-Hauptquartier als Vorsichtsmaßnahme begrenzt, sagte Stoltenberg weiter. "Und natürlich haben wir Pläne bereit, um eine Fortsetzung des Betriebes zu gewährleisten, wenn wir beispielsweise viele Fälle in der Nato-Kommandostruktur oder im Nato-Hauptquartier haben".

Das Bündnis aus 29 Mitgliedstaaten hat für dieses Jahr mehr als 20 Übungen geplant. Es nimmt auch an dem US-geführten Großmanöver "Defender 2020" teil, für das 20.000 US-Soldaten nach Europa verlegt werden.

Auch in Italien, dem mit 3000 Fällen am stärksten durch das Coronavirus betroffene Land, hält die Nato ihre Übungen bis auf weiteres aufrecht. Derzeit läuft dort mit zehn Ländern das U-Boot-Manöver "Dynamic Manta". Am Sonntag beginnt zudem eine fünftägige Übung zu elektronischer Kriegsführung.