Nato warnt Taliban vor Behinderung von Evakuierungsmaßnahmen

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Jens Stoltenberg in Brüssel

Das westliche Militärbündnis Nato hat die radikalislamischen Taliban aufgefordert, die laufenden Evakuierungen aus Afghanistan nicht zu behindern. "Wir erwarten von den Taliban, dass sie allen ausländischen Staatsangehörigen und Afghanen, die das Land verlassen wollen, die sichere Ausreise ermöglichen", sagte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Freitag nach einer Sondersitzung der Außenminister der Nato-Staaten. Es sei die "höchste Priorität" des Bündnisses, Menschen in Sicherheit zu bringen.

Maßgeblich dafür sei die Sicherheit am Kabuler Flughafen. Stoltenberg dankte insbesondere der Türkei, den USA und Großbritannien dafür, dass sie mit ihren Streitkräften den Betrieb des Flughafens aufrecht erhalten. "Die größte Herausforderung besteht jedoch darin, sicherzustellen, dass die Menschen den Flughafen Kabul erreichen und betreten können."

Nach der Machtübernahme durch die Taliban in Afghanistan am Sonntag hatten westliche Staaten in einer dramatischen Evakuierungsaktion begonnen, Menschen vom Flughafen Kabul aus auszufliegen. Vor Ort spielten sich teils dramatische Szenen ab, tausende Menschen versuchten, einen Platz in einem Flieger zu ergattern. Die Taliban kontrollieren mittlerweile den Zugang zum Flughafen.

"Solange die Evakuierungsmaßnahmen andauern", würden Nato-Truppen weiterhin am Flughafen im Einsatz sein, sagte Stoltenberg weiter. Wegen der derzeitigen Schwierigkeiten stehe auch eine Verlängerung des Einsatzes über den 31. August hinaus zur Debatte. Die Vertreter mehrerer Mitgliedstaaten hätten dies bei den Beratungen angesprochen, "damit mehr Menschen ausreisen können".

Berichte, dass die Nato die Entsendung der Eingreiftruppe Nato Response Force (NRF) ab dem 1. September nach Afghanistan plane, bestätigte Stoltenberg zunächst nicht. Das Magazin "Business Insider" hatte unter Verweis auf interne Nato-Unterlagen berichtet, die NRF solle bei weiteren Evakuierungen helfen.

Dem Magazin zufolge geht aus den internen Unterlagen zudem hervor, dass die Nato die Einrichtung eines zentralen Sammelcamps für gerettete Helfer aus Afghanistan plane. Im Gespräch sei dafür die US-Militärbasis Bondsteel im Kosovo oder ein Lager in Polen.

pe/bfi

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