Wildhüter überführt Wilddiebin via Dating-App

Stolz präsentiert die Frau ihre illegale Beute. Doch das Bild schickte sie dem Falschen. (Bild: Facebook/Oklahoma Game Wardens)

Im US-Bundesstaat Oklahoma wurde kürzlich eine Frau der Wilderei überführt. Sie hatte Bilder ihrer illegalen Beute über eine Dating-App mit einem Mann geteilt, den sie wohl beeindrucken wollte. Zu ihrem Pech handelte es sich dabei um einen Wildhüter.

Manchmal vermischt sich Privates und Berufliches. So erging es Cannon Harrison, der privat nach einer neuen Partnerin sucht und beruflich für den Schutz der Wildtiere in Oklahoma zuständig ist. Via Dating-App lernte er eine Frau kennen, mit der er ein Gespräch begann, um sie besser kennenzulernen. Den Chatverlauf hat die Behörde für Wildschutz jetzt auf Facebook veröffentlicht.

So geriet ein Flirt für Cannon Harrison plötzlich zur Beweisaufnahme. (Bild: Facebook/Oklahoma Game Wardens)

Sie: “Hey!”
Er: “Hey du!”
Sie:“Wie geht’s dir?”
Er: “Kann mich nicht beschweren, und bei dir?”
Sie: “Oh, ich fühle mich großartig. Habe gerade einen großen Hirsch geschossen. Darüber bin ich ziemlich glücklich.”
Er: “Sehr gut, hast du ihn mit einem Bogen erwischt?” [Anm. d. Red. Mit einem Bogen ist die Jagd auf Hirsche in Oklahoma derzeit erlaubt]
Sie: “Naja, darüber müssen wir nicht reden.”
Er: “Haha, hast du ein Schlaglicht verwendet?” [Anm. d. Red. Es ist in Oklahoma verboten, Tiere mit einem Schlaglicht zu bestrahlen, um sie zu schießen. Hirsche starren in das helle Licht und bleiben wie hypnotisiert stehen. Dadurch kann man sehr nah an sie herankommen.]
Sie: “Jaaaa”
Er: “Cool. Wo?”
Sie: “Auf meiner Ranch in…”
Er: “Cool”
Sie: “Ja, auf jeden Fall”
Er: “Hast du auch Bilder?”

Ja, die hatte sie. Die stolze Schützin schickte ihrem vermeintlichen Flirt tatsächlich Bilder von sich und dem toten Tier. Die Frau hatte nur den Kopf und etwas Rückenfleisch des Tieres mitgenommen, was sie ebenfalls mit Fotos dokumentierte. Das war genug für Harrison, der augenblicklich seine Kollegen benachrichtigte. Die Wilddiebin wurde von den Beamten gestellt, gestand die Tat und hat laut der Behörde schon ein saftiges Bußgeld gezahlt. Die New York Post schreibt, dass auf Wilderei außerhalb der Jagdsaison in dem Bundesstaat bis zu 2.400 US-Dollar (knapp 2.100 Euro) Strafe stehen.

In Facebook-Kommentaren freuen sich die Nutzer über den schlauen Wildhüter. Doch man wunderte sich auch über die Frau, die es offenbar für angebracht hielt, während eines Flirts mit toten Tieren anzugeben. “Nur in Oklahoma würde eine Frau via Dating App mit dem Abschuss eines Hirsches punkten wollen”, schreibt eine Nutzerin. “Das ist unbezahlbar”, schreibt ein anderer, “Ich würde ja sagen ‘gute Arbeit’, aber sie hat ihm die ganze Arbeit abgenommen. Wäre es nicht schön, wenn sie alle so leicht zu überführen wären?”