Nazi-Gegenstände werden versteigert

Ein Mitglied der Bundespolizei hält am 16.06.2017 im Interpol-Hauptquartier in Buenos Aires (Argentinien) eine Sanduhr mit Hakenkreuz. Das Auktionshaus Hermann Historica versteigert ähnliche Nazi-Devotionalien.

Hitlers Zylinder, ein Zigarren-Etui von Hermann Göring und Eva Brauns Cocktailkleid: In München werden am Mittwoch Gegenstände aus der Nazi-Zeit versteigert. Ein jüdischer Verband übt Kritik, der Auktionator rechtfertigt sich.

Grasbrunn (dpa) - Zahlreiche Gegenstände aus der Zeit des Nationalsozialismus kommen in einem Auktionshaus in Grasbrunn bei München unter den Hammer. Darunter sind auch viele ehemalige Besitztümer von Adolf Hitler und seinen engsten Vertrauten.

Der Verband der Juden in Europa kritisierte die Versteigerung im Vorfeld. «Mit einigen Dingen sollte man einfach keinen Handel treiben», schrieb Rabbi Menachem Margolin von der European Jewish Association in einem Brief an das Auktionshaus Hermann Historica.

Dessen Geschäftsführer Bernhard Pacher wehrte sich daraufhin: «Der mit Abstand größte Teil der Kunden, der bei uns einkauft, sind Museen, staatliche Sammlungen und private Sammler, die sich wirklich akribisch mit dem Thema auseinandersetzen.» Es liege nicht an seinem Auktionshaus, zu beurteilen, was Käufer mit Relikten aus der Nazi-Zeit machen. Doch: «Es liegt an uns, zu verhindern, dass es die falschen Leute kriegen.» Er kündigte strenge Kontrollen für die Auktion an und rechnete auch mit Protesten vor dem Auktionshaus.