NDR-Recherche: Ex-Mitglieder des US-Militärs gestehen Folter in Guantanamo

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Wie das Politmagazin "Panorama" am Donnerstagabend berichtet, haben mehrere ehemalige Angehörige des US-Militärs in Interviews mit dem NDR zugegeben, Guantanamo-Insassen misshandelt zu haben.

Im Interview mit dem NDR haben Ex-Mitarbeiter des US-Militärs zum ersten Mal zugegeben, Guantanamo-Insassen gefoltert zu haben. (Bild: 2011 Bill O'Leary/The Washington Post via Getty Images)
Im Interview mit dem NDR haben Ex-Mitarbeiter des US-Militärs zum ersten Mal zugegeben, Guantanamo-Insassen gefoltert zu haben. (Bild: 2011 Bill O'Leary/The Washington Post via Getty Images)

14 Jahre lang war Mohammedou Slahi im US-Gefangenenlager Guantanamo Bay inhaftiert. Vor allem in den Anfangsjahren zwischen 2002 und 2004 wurde der gebürtige Mauretanier dabei wieder und wieder gefoltert. Der investigative Journalist John Goetz wollte herausfinden, wer die Männer und Frauen waren, die Slahi auf Befehl des US-amerikanischen Pentagons quälten. Entstanden ist dabei der "Dokumentarfilm im Ersten: Slahi und seine Folterer" (14. September, 22.50 Uhr, ARD).

Bereits am Donnerstagabend (2. September, 21.45 Uhr, ARD) berichtet das Politmagazin "Panorama" über die Recherchen des Journalisten. Zu Wort kommt dabei unter anderem ein Mann, der als Wärter an der Folter von Gefangenen in Guantanamo beteiligt war. Im Interview mit John Goetz erzählte er, wie die Machtstruktur im Gefangenenlager funktionierte - und räumte ein, Insassen misshandelt zu haben. Von Folter sprach er nicht, dafür allerdings ein anderer ehemaliger Mitarbeiter, den der NDR für die Dokumentation befragte. Dies ist das weltweit erste öffentliche Geständnis von Folter in Guantanamo - niemals zuvor hat ein Angehöriger des US-Militärs diesen Begriff gewählt.

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"Panorama" zeigt die schockierenden Schilderungen der einstigen Mitarbeiter von Guantanamo. Dass diese anonym bleiben wollten, ist angesichts der belastenden Geständnisse kaum verwunderlich. "Seine Angst war absolut. Er dachte wahrscheinlich, dass er gleich getötet wird", berichtete etwa "Mister X", der nicht mit Klarnamen genannt werden möchte, über die Misshandlungen an Mohammedou Slahi. Einmal habe sein Opfer "eine blutige Nase, aufgeplatzte und geschwollene Lippen und Augen" gehabt, so der Ex-Wärter.

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